Restschuldversicherung kredit

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    Restschuldversicherung

    Restschuldversicherungen sind teuer und oft überflüssig

    • Zuletzt aktualisiert: 6. Juli 2017
    • Von: Dr. Britta Beate Schön

    Das Wichtigste in Kürze

    • Restschuld- oder Ratenschutzversicherungen, die zusammen mit einem Kredit abgeschlossen werden, sind teuer und zahlen wegen etlicher Ausschlussklauseln in vielen Fällen nicht.
    • Kreditnehmer entrichten die Versicherungsprämie samt Vermittlungskosten als Einmalbetrag sofort bei Vertragsbeginn. Das erhöht die Kreditsumme.
    • Die Kosten sind nicht im Effektivzins angegeben. Dadurch wird der tatsächliche Preis des Darlehens bei Versicherungsabschluss verschleiert. Er kann sich mehr als verdoppeln.
    • Verbraucher können nicht ordentlich kündigen, wenn sie nicht selbst Versicherungsnehmer, sondern „versicherte Person“ sind.
    • Mit Umsetzung der EU-Richtlinie zum Versicherungsvertrieb (IDD) müssen Banken Verbraucher besser über Restschuldversicherungen informieren.

    So gehen Sie vor

    • Beim Abschluss eines Ratenkredits sollten Sie auf eine Restschuld- oder Ratenschutzversicherung verzichten. Um Hinterbliebene im Todesfall abzusichern, ist eine Risikolebensversicherung besser geeignet.
    • Haben Sie bereits eine solche Versicherung abgeschlossen, können Sie in der Regel außerordentlich kündigen, wenn Sie umschulden oder vorzeitig zurückzahlen. Die Bank muss den Einmalbetrag teilweise erstatten.
    • Sie können die Versicherung unter Umständen auch ordentlich kündigen, wenn Ihr Vertrag das vorsieht. Der nicht verbrauchte Einmalbetrag wird dann dem Kreditkonto gutgeschrieben.
    • Sie können den Darlehensvertrag auch widerrufen, falls die Widerrufsbelehrung fehlerhaft war. Wenden Sie sich dazu an die Verbraucherzentrale Hamburg, um den Vertrag überprüfen zu lassen.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zum Thema Ratenkredite immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Banken bieten Kreditnehmern meist als Zusatzprodukt zum Kredit auch eine Restschuld- oder Ratenschutzversicherung an. Kann der Kreditnehmer die Rate mal nicht zahlen – etwa weil er seine Arbeit verloren hat oder länger krank ist –, soll die Versicherung einspringen.

    Die Idee, die Darlehensraten mit einer Versicherung gegen Arbeitslosigkeit oder Arbeitsunfähigkeit abzusichern, erscheint auf den ersten Blick sinnvoll, vor allem bei langfristigen Baufinanzierungen und hohen Darlehenssummen. Bei kleineren Ratenkrediten ist eine Restschuldversicherung aber meist überflüssig und teuer.

    In Großbritannien sind Restschuldversicherungen die umstrittensten Finanzprodukte. Nach zahlreichen Beschwerden und Urteilen konnten viele Kreditnehmer im Vereinigten Königreich die gesamten Prämien für bestehende Policen zurückverlangen. Nach Schätzung der britischen Aufsichtsbehörde bekamen Verbraucher seit Januar 2011 umgerechnet insgesamt rund 26 Milliarden Pfund (etwa 30 Milliarden Euro) an Entschädigungen zurückgezahlt.

    Auch in Deutschland stehen die Versicherungen schon lange in der Kritik. Obwohl die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) wegen der mangelnden Standardisierung zur Vorsicht mahnt, gibt es viele davon: Die Versicherungsunternehmen haben etwa 8,2 Millionen versicherte Personen im Bestand (Bafin-Ergebnisbericht 2017, Seite 31).

    Mit der Umsetzung der europäischen Richtlinie zum Versicherungsvertrieb (IDD) müssen künftig Banken über Restschuldversicherungen zumindest besser informieren. Ob sich durch die neuen Regeln tatsächlich für Verbraucher etwas verbessert, bleibt abzuwarten. Das Gesetz soll im Februar 2018 in Kraft treten.

    Das kosten Restschuldversicherungen

    So plausibel diese Versicherung erscheint: Sie ist im Regelfall zu teuer, auch wenn sich die Kosten nicht pauschal beziffern lassen. Es gibt weder feste Prozentsätze noch Formeln, anhand derer Kunden berechnen könnten, wie teuer oder günstig die Absicherung eines Darlehens wird. Den Banken und Versicherungen zufolge kommt es immer auf den Einzelfall an. Deshalb haben wir nachgefragt und für einen Beispielfall Angebote eingeholt.

    Beispielfall: Ein Angestellter, verheiratet, 2 Kinder, 45 Jahre alt, Netto-Einkommen von 2.700 Euro, Miete 850 Euro, braucht einen Ratenkredit über 10.000 Euro, 60 Monate Laufzeit. Er möchte auch eine Restschuldversicherung mit diesem Kredit abschließen. Wir erhielten folgende Angebote:

    Quelle: eigene Recherche (Stand: 27. Februar 2015)

    Die Prämien für die Versicherung in den uns unterbreiteten Angeboten belaufen sich auf 13 bis 17 Prozent des Auszahlungsbetrags. Das Landgericht Nürnberg hat die Prämie der Restkreditversicherung von 15,6 Prozent des Auszahlungsbetrags als „bedenklich hoch“ bewertet (Urteil vom 7. April 2014, Az. 6 O 754/14).

    Für den Kreditgeber hat eine solche Versicherung zwei Vorteile: Erstens erhält er für den Abschluss eine Provision und zweitens sinkt durch die entsprechende Absicherung das Ausfallrisiko des Kredits – bei unverändertem Zinssatz ein gutes Geschäft für die Bank. Die Provisionen belaufen sich in den von uns eingeholten Angeboten auf etwa 30 Prozent der Prämie, die Bafin hat in ihrer Marktuntersuchung noch weit höhere Vertriebskosten festgestellt. Im teuersten Tarif für den Todesfallschutz beliefen sich die abgezinsten Vertriebskosten auf 85 Prozent des Einmalbetrags (Bafin-Marktuntersuchung, Seite 14).

    Für den Kreditnehmer sind die Leistungen der meisten Zahlungsausfallversicherungen hingegen überschaubar: Die Anbieter zahlen häufig nur für einen begrenzten Zeitraum und haben umfangreiche Ausschlusskriterien – mit der Folge, dass der Kunde oft leer ausgeht. Das sind Beispiele für Ausschlusskriterien:

    • Bei Arbeitslosigkeit sind nur die ersten zwölf Monate abgedeckt.
    • Bei Arbeitslosigkeit wird erst nach einer Wartezeit von sechs Monaten und zusätzlich einer Karenzzeit von drei Monaten gezahlt.
    • Im Todesfall oder bei Arbeitsunfähigkeit springt die Versicherung nicht ein, wenn eine Krankheit die Ursache dafür ist, die in den Bedingungen aufgelistet ist: Herz- und Kreislauferkrankungen, Erkrankung der Wirbelsäule, der Gelenke, der Verdauungsorgane, bei Krebserkrankungen oder wegen anderer chronischer Krankheiten.

    Nicht alle diese Klauseln sind rechtens. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat zum Beispiel eine Ausschlussklausel in den Versicherungsbedingungen von Restschuldversicherungen wegen Intransparenz für unwirksam erklärt (Urteil vom 10. Dezember 2014, Az. IV ZR 289/13): „Der Versicherungsschutz erstreckt sich nicht auf die der versicherten Person bekannten ernstlichen Erkrankungen.“

    Laut Bafin haben sich die meisten Versicherer nach Veröffentlichung des Urteils nicht mehr auf die unwirksame Regelung berufen. Aber es gab immer noch rund 1.750 Fälle, in denen Unternehmen diese Klausel weiter anwandten und entsprechende Leistungen ablehnten. Die Bafin hat angekündigt, die betroffenen Unternehmen zur Stellungnahme aufzufordern (Bafin-Marktuntersuchung, Seite 20).

    Versicherung im Effektivzins meist nicht berücksichtigt

    Verbraucher haben bisweilen den Eindruck, sie bekommen ohne Versicherung keinen Kredit. Doch das ist in aller Regel nicht so – Restkreditversicherungen sind nicht verpflichtend. Die Bafin hat allerdings festgestellt, dass Banken in Einzelfällen Darlehen nur bei gleichzeitigem Abschluss einer Versicherung gewähren, vor allem bei Kunden mit schlechter Bonität (Bafin-Marktuntersuchung 2017, Seite 31). Bei zwingendem Abschluss einer Restschuldversicherung sind die Kosten der Police in den effektiven Jahreszins des Kredites einzubeziehen.

    Die Banken, die wir betrachtet haben, weisen aber alle darauf hin, dass der Versicherungsschutz keine Voraussetzung dafür ist, dass ein Kunde einen Kredit erhält. Folge: Die Versicherungskosten werden nicht im Effektivzins berücksichtigt (§ 6 Abs. 3 Nr. 4 Preisangabenverordnung (PAngV)). Für den Kreditnehmer ist es daher relativ schwer, sich ein genaues Bild von den zusätzlichen Ausgaben zu machen. Er finanziert die Versicherung über das Darlehen, so dass er während der gesamten Laufzeit des Darlehens auch die Versicherungssumme mitverzinst. Rechnet man die Versicherungsausgaben in die Kreditkosten ein, treiben sie den Zins des Ratenkredits in die Höhe. Wir nehmen denselben Beispielfall wie oben.

    Beispielfall: Ein Angestellter, verheiratet, 2 Kinder, 45 Jahre alt, Netto-Einkommen von 2700 Euro, Miete 850 Euro, braucht einen Ratenkredit über 10.000 Euro, 60 Monate Laufzeit. Er möchte auch eine Restschuldversicherung mit diesem Kredit abschließen. Wie sich bei den uns übermittelten Angeboten der Effektivzins erhöhte, können Sie der folgenden Tabelle entnehmen:

    Quelle: eigene Recherche, FMH-Finanzberatung (Stand. 27. Februar 2015)

    Die FMH-Finanzberatung bietet einen Rechner an, mit dem Sie den tatsächlichen effektiven Jahreszins unter Einbeziehung der Versicherung selbst nachrechnen können.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zum Thema Ratenkredite immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Risiko der Doppelversicherung

    Hat der Kreditnehmer bereits eine Risikolebensversicherung oder eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen, würde er sich mit einer Restschuldversicherung unnötig doppelt und außerdem kostenintensiv absichern. Unsere Empfehlung lautet daher: Schließen Sie bei Ratenkrediten keine Restschuldversicherung ab. Nicht immer nennen die Banken die Restschuldversicherung beim Namen.

    Namen für die Restschuldversicherung

    Quelle: eigene Recherche (Stand: März 2015)

    Achtung – Standardeinstellung bei Vergleichsportalen: Die meisten Vergleichsportale sehen in ihren Standardeinstellungen den zusätzlichen Abschluss einer Restschuldversicherung vor. Sie müssen also die Option „Absicherung durch Versicherung“ abwählen.

    Restschuldversicherung kündigen

    Haben Sie bereits mit Ihrem Darlehen eine Restschuldversicherung abgeschlossen, können Sie diese kündigen. Das liegt auf der Hand, wenn Sie das Darlehen umschulden oder vorzeitig tilgen. Dann sind die Abschlusskosten und die Prämien für die bisherige Laufzeit zwar weg, Sie können aber die Prämien für den Rest der vereinbarten Laufzeit anteilig zurückverlangen.

    Sonderkündigungsrecht – Bei der Umschuldung eines Darlehens entfällt nicht automatisch die Restschuldversicherung. Sie müssen diese gesondert kündigen. Fordern Sie mit der Kündigung die Versicherung auf, Ihnen die anteiligen Prämien zurück zu zahlen. Denn wenn Sie das Darlehen tilgen, entfällt der Versicherungszweck für die Restschuldversicherung. Sie haben dann ein Sonderkündigungsrecht. In vielen Verträgen ist dieser Fall der Kündigung bereits vorgesehen. Sollte die Versicherung Ihre Kündigung nicht akzeptieren und auf die ordentlichen Kündigungsfristen verweisen, sollten Sie das nicht akzeptieren. Sie haben in diesen Fällen ein Kündigungsrecht und einen Anspruch auf Beendigung des Vertrages.

    Separate ordentliche Kündigung – Wollen Sie die Versicherung beenden, obwohl der Darlehensvertrag noch besteht, müssen Sie in Ihrem Vertrag nachschauen, ob ein ordentliches Kündigungsrecht vorgesehen ist. Die vertraglichen Kündigungsfristen sind dann zu beachten. Üblicherweise wird eine Kündigungsfrist von zwei Wochen zum Ende eines jeden Monats vereinbart. Auch nach der Kündigung haben Sie Anspruch darauf, dass die Versicherung den nicht verbrauchten Anteil des Risikobeitrags erstattet. Die Abschlussprovision wird allerdings nicht erstattet, einige Anbieter ziehen auch einen sogenannten Stornoeinbehalt von der Rückzahlung ab. Die Verträge sind in diesem Punkt nicht einheitlich. Es kann sein, dass die Bank nach der Kündigung eine anderweitige Sicherheit wie zum Beispiel die Beleihung einer Lebensversicherung verlangt.

    Versicherungsnehmer oder versicherte Person

    Es gibt viele Anbieter, bei denen Sie nicht selbst Versicherungsnehmer sind, sondern nur „versicherte Person“. Die Bank ist dann Vertragspartner der Versicherung, und Sie werden als versicherte Person in den Gruppenversicherungsvertrag einbezogen. Damit sind Sie rechtlich schlechter gestellt. Als versicherte Person können Sie nämlich grundsätzlich nicht ordentlich kündigen.

    Widerruf bei Ratenkrediten mit Restschuldversicherung

    Wenn der Kreditvertrag schon beendet ist, können Sie nicht mehr kündigen. Unter Umständen können Sie aber einen Widerruf erklären. Es gilt nämlich keine Verjährung. Genau wie bei Baufinanzierungen kann sich auch bei Ratenkrediten ein Widerruf lohnen. Verbraucher können durch einen Widerruf erreichen, dass sie statt eines überteuerten Zinssatzes nur noch einen marktüblichen Zins zahlen müssen und Prämien der Restschuldversicherung zumindest teilweise erstattet bekommen.

    Fehlerhafte Widerrufsbelehrung – Wird der Kredit zusammen mit einer Restschuldversicherung abgeschlossen, handelt es sich dabei rechtlich um ein verbundenes Geschäft. Das bedeutet: Die Widerrufsbelehrungen müssen unter anderem auf die Besonderheiten bei einem verbundenen Geschäft hinweisen. Mehr als 80 Prozent aller Kreditverträge mit Restschuldversicherung, die vor Mitte 2010 geschlossen wurden, enthalten unzureichende Widerrufsbelehrungen. Obwohl die Widerrufsfrist bereits abgelaufen ist, können Sie auch noch heute den Darlehensvertrag widerrufen. Der Widerruf führt zugleich dazu, dass Sie nicht mehr an den Restschuldversicherungsvertrag gebunden sind (§ 358 Abs. 2 Satz 1 BGB, BGH, Urteil vom 18. Januar 2011, Az. XI ZR 356/09). Das gilt auch bei Restschuldversicherungen, bei denen der Kreditnehmer nicht zugleich Versicherungsnehmer ist, sondern bloß „versicherte Person“. Das hat das Oberlandesgericht (OLG) Hamm so entschieden (Urteil vom 11. Dezember 2013, Az. 31 U 127/13). Solche Verträge haben unter anderem die Santander Consumer Bank und Creditplus angeboten.

    Die Verbraucherzentrale Hamburg bietet gegen eine Gebühr von 100 Euro an, Kreditverträge mit Restschuldversicherungen zu überprüfen. Findet sich ein Fehler, bekommen Verbraucher ein Musterschreiben mit Widerruf, mit dem sie die Rückzahlung verlangen können. Sie müssen allerdings mit einer Wartezeit von etwa drei Monaten rechnen. In unserer Finanztip Community berichten Leser, dass sie mit Hilfe der Verbraucherzentrale erfolgreich ihren Darlehensvertrag widerrufen haben.

    Rückabwicklung und marktübliche Zinsen – Ein Widerruf wandelt den Darlehensvertrag in ein sogenanntes Rückabwicklungsverhältnis um (§§ 357 Abs. 1 Satz 1, 346, 348 BGB). Läuft Ihr Vertrag noch, müssen Sie der Bank die Darlehenssumme zunächst innerhalb von 30 Tagen zurückzahlen. Deshalb sollten Sie vor dem Widerruf sicherstellen, dass Sie das Darlehen entweder mit eigenen Mitteln oder mit einem neuen Kredit von einer anderen Bank zurückzahlen können. Sie müssen bei fehlerhafter Belehrung nur die Nettokreditsumme mit einer marktüblichen Verzinsung zahlen.

    Das Geldinstitut ist verpflichtet, alle von Ihnen bereits erbrachten Zins- und Tilgungsleistungen zurückzuzahlen. Sie darf aber die vereinbarten Zinsen für die Kapitalüberlassung verlangen. Dabei sollten Sie jedoch nachweisen, dass der marktübliche Zinssatz für ein vergleichbares Darlehen zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses geringer gewesen ist (OLG Düsseldorf, Urteil vom 17. Januar 2013, Az. I 6 U 64/12). Ob der vereinbarte Sollzinssatz zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses marktüblich war, können Sie ermitteln durch einen Vergleich mit der Zinsstatistik der Deutschen Bundesbank für das Neugeschäft der deutschen Banken bei Konsumentenkrediten mit einer Laufzeit von mehr als fünf Jahren. Bei einer Laufzeit unter fünf Jahren ist diese Statistik entscheidend. Der Widerruf kann sich lohnen, wenn Sie einen teuren Kredit haben, dessen Zins höher als marktüblich war.

    In einem Verfahren vor dem OLG Hamm musste der Kreditnehmer nach Widerruf statt eines effektiven Jahreszinses von 14,3 Prozent nur noch einen Zinssatz von 8,92 Prozent zahlen, der laut Statistik der Bundesbank im Juni 2007 marktüblich war. Die Differenz musste die Bank erstatten (11. Dezember 2013, Az. 31 U 127/13).

    Rückabwicklung und Versicherungsprämien – Anteilige Beiträge zur Versicherung ab Widerruf muss die Bank erstatten. Es ist derzeit noch unklar, ob die Bank bei einer Rückabwicklung die gesamten Prämien für das finanzierte Geschäft, also für die Restschuldversicherung, zurückzahlen muss. Einige Anwälte sind der Auffassung, dass die Bank die gesamten Prämien zurückzahlen muss. Dabei verweisen sie auf ein Urteil des BGH. Danach muss sich ein Kunde aus dem verbundenen Geschäft folgenlos lösen können, also auch unbelastet von Zinsen und Kosten (18. November 2011, Az. XI ZR 356/09).

    Andere Juristen sind der Ansicht, dass die Bank für die Zeit bis zum Widerruf des Kreditvertrags nur die Hälfte der Versicherungsprämien erstatten muss. So sieht es zumindest auch das Landgericht Berlin (Urteil vom 23. September 2014, Az. 4 O 65/14). In diesem Fall konnte der Kreditnehmer wegen fehlerhafter Widerrufsbelehrung bei einem verbundenen Geschäft das Darlehen widerrufen. Er musste aber für den erhaltenen Versicherungsschutz die anteiligen Prämien entrichten, allerdings nur zur Hälfte. Da die Bank durch die Restschuldversicherung auch einen Vorteil habe, hielt das Gericht es für angemessen, den Wertersatz auf die Hälfte der tatsächlich gezahlten Prämie zu reduzieren. Ähnlich urteilte auch das OLG Hamm (11. Dezember 2013, Az. 31 U 127/13).

    Beispiel: Ein Angestellter hat einen Ratenkredit über eine Nettokreditsumme von 10.000 Euro mit einer Laufzeit von 60 Monaten abgeschlossen. Die Restschuldversicherung kostete 1.200 Euro. Er zahlte also 20 Euro pro Monat. Widerruft er nach 30 Monaten, erhält er anteilig die für die Zukunft bereits als Vorabzahlung entrichteten Gebühren in Höhe von 600 Euro zurück. Zusätzlich kann er für die Vergangenheit die Hälfte der entrichteten Prämien zurückverlangen (300 Euro). Der Angestellte kann also bei fehlerhafter Widerrufsbelehrung einen Betrag von 900 Euro verlangen. Dieses Geld konnte die Bank nutzen und muss deshalb zusätzlich 5 Prozent Zinsen über Basiszinssatz auf die 900 Euro erstatten. War der Zinssatz für das Darlehen teurer als marktüblich, kann der Kunde zusätzlich noch die zu viel entrichteten Zinsen fordern.

    Restschuldversicherung bei Baufinanzierungen

    Anders als bei Ratenkrediten ist es bei Baufinanzierungen durchaus sinnvoll, die Restschuld eines Immobilienkredits abzusichern. Dabei geht es vor allem darum, die Hinterbliebenen abzusichern, falls der Darlehensnehmer verstirbt, bevor der Baukredit zurückgezahlt ist. Dazu schließt der Darlehensnehmer am besten eine Risikolebensversicherung ab. Die Versicherungssumme kann in diesem Fall gleichbleibend über die gesamte Laufzeit sein, oder sie kann auch parallel zur Restschuld fallen.

    Wer eine Immobilienfinanzierung abschließt, sollte außerdem seine Berufsunfähigkeitsversicherung überprüfen, denn diese sichert das Risiko einer längerfristigen Krankheit ab.

    Mehr dazu im Ratgeber Kredit

    Sara Zinnecker

    Finanztip-Expertin für Kredit

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    Artikel verfasst von

    Finanztip-Expertin für Recht

    Britta Beate Schön ist bei Finanztip für sämtliche Rechtsthemen zuständig. Die promovierte Juristin und Rechtsanwältin war als Leiterin der Rechtsabteilung bei Finanzdienstleistern wie der Telis Finanz AG und der Interhyp tätig. Vorher lehrte und forschte sie in Japan als DAAD-Junior-Professorin für deutsches und Europarecht. Ihr Studium absolvierte sie in Münster, Genf, Regensburg und Leipzig. Die Autorin erreichen Sie unter [email protected] .

    Restschuldversicherungen Die Kostenfalle beim Ratenkredit

    Eine Restschuldversicherung ist eine prima Sache. Sie soll dann einspringen, wenn der Kreditnehmer arbeitslos oder arbeitsunfähig wird oder stirbt – soweit die Theorie. In der Praxis handelt es sich oft um einen überteuerten, entbehrlichen Luxus.

    Je nach Vertragsgestaltung können bei der Restschuldversicherung einzelne Elemente oder das komplette Spektrum abgesichert werden. Auf den ersten Blick mag das eine logische Kreditergänzung sein, auf den zweiten Blick ist die Restschuldversicherung aber eher für die Banken ein prima Zusatzgeschäft.

    Bei Arbeitslosigkeit springt die Restschuldversicherung ein, wenn dies so vereinbart wurde – allerdings nur für einen kurzen Zeitraum.

    Vielen ist nicht klar, wie teuer die Restschuldversicherung ist. Auch wenn sie dem Kunden als Paket zusammen mit dem Kreditvertrag verkauft werden, handelt es sich bislang noch um zwei unabhängige Verträge. In den Erläuterungen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht heißt es hierzu: "Die Bank lässt Ihnen in der Regel freie Wahl, ob Sie zusammen mit dem Kreditvertrag eine Restschuldversicherung abschließen wollen oder nicht. Die Kosten für eine freiwillige Restschuldversicherung müssen nicht in den effektiven Jahreszins eingerechnet werden."

    Selbst wenn dies rechtlich einwandfrei ist, spielt dies für den Kunden letztlich keine Rolle, denn es handelt sich um Kosten, die im Zusammenhang mit der Kreditaufnahme entstehen und die zu begleichen sind. Würde man diese in den effektiven Jahreszins mit einberechnen, würde so mancher sein blaues Wunder erleben. Das zeigt ein Modellfall der FMH-Finanzberatung für einen Ratenkredit über 10.000 Euro mit 36-monatiger Laufzeit. Die Kosten einer Versicherung liegen je nach Anbieter zwischen 500 und 950 Euro. Der durchschnittliche Effektivzins liegt derzeit bei 7,56 Prozent. Würde die Restschuldversicherung im Effektivzins berücksichtigt, würde dieser teilweise auf über 15 Prozent klettern.

    Nicht zu empfehlen

    FMH-Chef Herbst rät daher vom Abschluss einer Restschuldversicherung ab. "Der Schutz deckt häufig viele Fälle nicht ab: Die ersten drei Monate sind zum Beispiel aus dem Leistungskatalog ausgenommen, und im Fall von Arbeitslosigkeit sind nur die ersten zwölf Monate abgedeckt", erläutert Herbst. Anschließend zahle die Restschuldversicherung die Rate nicht mehr.

    Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen sieht das ähnlich. Ein Blick in die Versicherungsbedingungen enthülle oftmals schnell, dass die Versicherungsleistung gerade dann, wenn man sie benötigt, eher fraglich sei, so die Verbraucherschützer. Zudem seien die von den Darlehensgebern angebotenen Versicherungen selten günstig, werden in der Regel als Einmalprämie für die gesamte Laufzeit des Darlehens bei Vertragsabschluss fällig und über das Darlehen mitfinanziert. Nur wenn die Bank auf den Abschluss einer Restschuldversicherung besteht, muss sie dies im effektiven Jahreszins des Darlehens mit angeben. Für Kreditnehmer, die bereits eine Lebens- oder Unfallversicherung besitzen, ist die Restschuldversicherung ohnehin verzichtbar.

    Bei Baufinanzierung an Angehörige denken

    Etwas anders ist die Lage, wenn es sich um eine Baufinanzierung handelt. Hier sollten die Hinterbliebenen im Todesfall abgesichert werden. Besonders wichtig ist dies, wenn die Kreditraten innerhalb der Familie nur von einem Partner getragen werden. Je nach Vertragsgestaltung zahlt die Restschuldversicherung im Todesfall den Kredit komplett oder zum großen Teil.

    Bei der Baufinanzierung sollten Angehörige abgesichert werden.

    Die Stiftung Warentest hat vor kurzem Restschuldversicherungen unter die Lupe genommen und dabei riesige Preisunterschiede festgestellt. Ein Modellkunde, der einen Kredit über 100.000 Euro absichern wollte, musste beim teuersten Versicherer 2450 Euro zahlen. Das ist mehr als dreimal so viel, wie der günstigste Anbieter verlangt. Bei Ontos kostet der Schutz nur 772 Euro.

    Die Stiftung Warentest rät beim Vergleichen verschiedener Angebote nicht nur auf den Versicherungsbeitrag im ersten Jahr zu schauen, da dieser niedriger als in den Folgejahren sein kann. Entscheidend ist der Barwert aller Beiträge. Der Barwert gibt an, wie viel Geld bei Vertragsabschluss als Einmalbetrag bereitgestellt werden müsste, um die künftigen Versicherungsbeiträge zu zahlen. Je höher der Barwert, umso teuerer ist das Angebot der Versicherung.

    Eine Restschuldversicherung muss der Kunde nicht unbedingt bei seiner Bank abschließen. Er sollte Angebote anderer Versicherer einholen und mit den Konditionen des Bankenangebotes vergleichen.

    Restschuldversicherung: Zahlungsausfall absichern

    Zuletzt aktualisiert am 06.10.2015

    • Wissen
    • Ratgeber
    • Restschuldversicherung

    Wer einen Kredit aufnimmt, sollte auch den Ernstfall bedenken. Restschuldversicherungen übernehmen die Raten, wenn der Kreditnehmer stirbt oder arbeitsunfähig wird. Doch Kreditnehmer müssen die Angebote genau prüfen. Für kleinere Darlehen lohnt sich die Police häufig nicht, da sie den Kredit insgesamt verteuert.

    Inhaltsverzeichnis

    Bei größeren Krediten oder Baufinanzierungen hingegen ist es sinnvoll, sich und seine Angehörigen mit einer Restkreditversicherung abzusichern. Hier handelt es sich häufig um Darlehen mit hohen Kreditsummen und langen Laufzeiten. Lange Laufzeiten wiederum erhöhen das Risiko, von einem Wechselfall des Lebens getroffen zu werden. Alles was Sie noch zur Restschuldversicherung wissen sollten, erfahren Sie hier.

    Was ist eine Restschuldversicherung?

    Werden Kreditnehmer von Arbeitslosigkeit oder Krankheit überrascht, kann es schnell passieren, dass sie für einen längeren Zeitraum nicht in der Lage sind, die monatlichen Kreditraten zu tilgen. Auch ein Todesfall kann Hinterbliebene vor große finanzielle Herausforderungen stellen: Ein laufender Kredit kann häufig nur schwer oder gar nicht weiter bedient werden.

    Gut beraten ist dann der, der eine Restschuldversicherung (auch Restkreditversicherung genannt) abgeschlossen hat. Diese besondere Form der Risikolebensversicherung übernimmt die Tilgung der verbleibenden Restschuld bei Baufinanzierungen und Krediten. Eine Restschuldversicherung dient dem Kreditgeber als zusätzliche Kreditsicherheit – und kann auch dem pflichtbewussten Kreditnehmer das gute Gefühl vermitteln, sich und seine Hinterbliebenen für den Ernstfall gut abgesichert zu wissen.

    Versicherung gegen Tod, Krankheit, Arbeitsunfähigkeit und Arbeitslosigkeit

    Wird ein Darlehen aufgenommen, stehen im Vorfeld viele wichtige Überlegungen an. Vor allem die Frage „Passen die Raten zu meiner individuellen finanziellen Situation?“ ist wichtig. Viele Kreditgeber bieten außerdem die Möglichkeit einer Ratenpause an. Doch was, wenn sich im Leben grundlegende Dinge verändern, die es schlicht unmöglich machen, die restlichen Raten vertragsgemäß zu tilgen?

    Bei Kreditvergabe kann auf die Person des Kreditnehmers eine Restschuldversicherung abgeschlossen werden. Diese Police versichert den Schuldner auf eigene Kosten während der gesamten Kreditlaufzeit gegen Tod, Krankheit und Arbeitsunfähigkeit oder unverschuldete Arbeitslosigkeit. Die Prämie wird dabei meist bei Abschluss des Darlehensvertrags bezahlt. Tritt aus den genannten Gründen eine Zahlungsunfähigkeit ein, werden die fälligen Raten – also die noch ausstehende Restschuld – durch die Versicherungsleistung getilgt.

    Restschuldversicherungen: Leistungsumfang macht den Unterschied

    Es wird zwischen verschiedenen Arten der Restschuldversicherung differenziert, die sich sowohl im Preis als auch in der Leistung voneinander unterscheiden. Einige Policen versichern beispielsweise nur den Todesfall, während andere auch im Fall einer Arbeitslosigkeit greifen. Grundsätzlich wird zwischen drei Leistungsarten der Restkreditversicherung unterschieden:

    1. Mindestabsicherung: Im Todesfall wird die Tilgung des Restkredits vom Versicherer übernommen, um die Hinterbliebenen finanziell zu entlasten.
    2. Kombi-Absicherung: Im Todesfall und bei Arbeitsunfähigkeit durch eine Krankheit oder einen Unfall übernimmt der Versicherer die Restschuld. Wichtig zu wissen: Bei vorübergehender Arbeitsunfähigkeit werden nur die monatlichen Kreditzahlungen aus dem entsprechenden Zeitraum übernommen.
    3. Komplett-Absicherung: Sowohl im Todesfall als auch bei Arbeitsunfähigkeit und Arbeitslosigkeit springt die Police ein, um die verbliebene Restschuld aufzufangen beziehungsweise vorübergehend den Kredit weiter zu tilgen.

    So einfach geht´s

    Kredit mit und ohne Restschuldversicherung

    Konditionen vergleichen und Wunschkredit auswählen.

    Daten eingeben. Unverbindliches Kreditangebot erhalten (schufaneutral).

    Unterlagen unterschreiben und an die Bank senden (Postident-Verfahren).

    Bank prüft die Kreditunterlagen. Kreditauszahlung.

    Zwei Tarifoptionen bei Restschuldversicherungen

    Doch nicht nur anhand des Leistungsumfangs können Restschuld-Policen unterteilt werden: Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Tarifoptionen hinsichtlich der Versicherungssumme.

    Restschuldversicherung mit annuitätisch fallender Versicherungssumme

    Kreditnehmer können sich beispielsweise für eine Variante mit einer annuitätisch fallenden Versicherungssumme entscheiden. Dabei verringert sich die Versicherungssumme pro Jahr um einen bestimmten Betrag, der bei Versicherungsabschluss beispielsweise in einem Tilgungsplan festgelegt wird. Bei dieser Art der Restschuldversicherung fällt die Versicherungssumme also in demselben Maße, wie der Kredit getilgt wird. Dies gibt dem Versicherungsnehmer die Sicherheit, dass die Restschuld des Kredits im Versicherungsfall durch die fällig werdende Versicherungssumme abgedeckt ist.

    Restschuldversicherung mit linear fallender Versicherungssumme

    Die zweite Variante sieht eine Versicherungssumme vor, die jedes Jahr um einen gleichbleibenden Betrag sinkt – die Summe sinkt also linear. Dieser Tarif ist nicht an den Kredit gebunden. Kreditnehmer sollten darauf achten, dass die Versicherungssumme nicht schneller als der noch zu begleichende Kreditbetrag fällt und so eine Unterversicherung entsteht.

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    Kosten für Restschuldversicherung

    Je nach Anbieter können die Kosten für eine Restschuldversicherung unterschiedlich hoch sein. Ein Kriterium bei der Höhe der Prämie spielt unter anderem auch das Alter des Kreditnehmers: Ältere Schuldner müssen die Restkreditversicherung häufig teurer bezahlen als jüngere Kreditnehmer – immerhin steigt mit dem Alter auch das Risiko, dass der Versicherungsfall tatsächlich eintritt.

    Vor Versicherungsabschluss: Fallstricke beachten

    Ehe Sie eine Restschuldversicherung abschließen, sollten Sie auf einige Dinge achten. Überlegen Sie zu allererst, ob der Abschluss einer Restkreditversicherung sinnvoll ist und wenn ja, welche Variante für Sie die richtige ist. Wenn Sie etwa eine Risikolebensversicherung in ausreichender Höhe haben, benötigen Sie keine zusätzliche Restschuldversicherung, die den Kredit gegen den Todesfall absichert.

    Ähnliches gilt für Versicherungsnehmer, die über eine Berufsunfähigkeitsversicherung oder eine Unfallversicherung verfügen und über eine Restschuldversicherung gegen Arbeitsunfähigkeit nachdenken. Ohnehin sollten Sie genau durchrechnen, ob sich im Falle eines Kleinkredits eine Restschuld-Police lohnt. Haben Sie hingegen eine Baufinanzierung in Anspruch genommen, ist der Abschluss einer Restschuldversicherung in vielen Fällen empfehlenswert.

    Die drei häufigsten Fallstricke im Überblick

    Nach Ansicht der Verbraucherzentralen in Deutschland birgt eine Restschuldversicherung einige Fallstricke. Hier finden Sie eine Übersicht der häufigsten Stolpersteine und Tipps, wie Sie diese umgehen.

    Studieren Sie in jedem Fall die Versicherungsbedingungen genau, ehe Sie den entsprechenden Vertrag unterschreiben. Nur so können Sie sicher sein, Ihre Zahlungsverpflichtungen gegen die Wechselfälle des täglichen Lebens abgesichert zu wissen, die für Sie wichtig sind. Achten Sie auch auf einschränkende Klauseln in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen, um auf der sicheren Seite zu stehen. So vermeiden Sie beispielsweise zu übersehen, dass der Schutz bei einer bestimmten Vorerkrankung von vornherein ausgeschlossen ist. „Wenn man sich zum Abschluss einer Restschuldversicherung entschließt, sollte man die Bedingungen genau studieren“, empfiehlt etwa Arno Gottschalk, Finanzexperte bei der Verbraucherzentrale Bremen.

  • Achtung vor der Kostenfalle

    Häufig wird die Versicherungsprämie in Form eines Einmalbetrags bei Kreditvertragsabschluss fällig und zu der vereinbarten Kreditsumme addiert. Dies kann den Kredit um einiges verteuern, da eine höhere Summe verzinst und getilgt werden muss. Verbraucherzentralen-Experte Gottschalk weiß von einem Fall zu berichten, bei dem ein Kredit in Höhe von 41.000 Euro mit einer Restschuldversicherungssumme von 19.000 Euro abgesichert werden sollte – nach Ablauf der zehnjährigen Laufzeit hatte die Police den Kredit um 31.000 Euro verteuert. „Solche Summen stehen absolut nicht mehr im Verhältnis. Die Kunden wollen die Nichtbedienbarkeit des Kredits absichern, haben aber dadurch so hohe Kosten, dass die Zahlungsunfähigkeit bedroht ist.“ Als Faustregel gilt, dass die Kosten für eine Restschuldversicherung nicht mehr als zehn Prozent der Kreditsumme betragen sollten.

  • Keine Pflicht

    Sie sollten wissen, dass es keine gesetzliche Pflicht gibt, bei der Aufnahme eines Darlehens eine Restschuldversicherung abzuschließen – der Abschluss einer solchen Police erfolgt grundsätzlich auf freiwilliger Grundlage. Allerdings steht es den Kreditgebern frei, die Darlehensauszahlung an den Nachweis einer Restkreditversicherung zu knüpfen. „Wenn die Bank auf Abschluss einer Restschuldversicherung gegen Einmalprämie besteht, ist sie verpflichtet, die Kosten im Effektivzins auszuweisen“, so Verbraucherschützer Gottschalk. Wenn Kunden nachweisen können, dass die Bank dieser Pflicht nicht nachgekommen ist, haben sie einen Anspruch auf Anpassung der tatsächlich gezahlten Zinsen an die ausgewiesenen Effektivzinsen.

  • Versicherer darf nicht vorgeschrieben werden

    Besteht Ihr Kreditgeber auf den Abschluss einer Restkreditversicherung, können Sie die Police frei wählen – die Bank darf Ihnen keinen bestimmten Versicherer vorschreiben.

    Abschluss einer Restschuldversicherung

    Ihr Entschluss steht: Sie möchten eine Restschuldversicherung abschließen. Der Abschluss einer solchen Police ist nur in Verbindung mit einem Kreditvertrag möglich. Hier finden Sie eine Übersicht der wichtigsten Punkte, die Sie zum Abschluss einer Restkreditversicherung wissen sollten:

    • In der Regel wird die Restkreditversicherung bei Unterzeichnung des Darlehensvertrags abgeschlossen – ein nachträglicher Abschluss ist nicht möglich.
    • Der Versicherungsschutz beginnt frühestens mit der Auszahlung der vereinbarten Kreditsumme oder aber einen Monat, ehe Sie die erste Rückzahlungsrate leisten müssen. Manche Anbieter haben jedoch spezielle Regelungen zum Beginn des Versicherungsschutzes in den Vertragsbedingungen festgeschrieben: So können etwa die ersten drei Monate aus dem Leistungskatalog ausgenommen sein oder im Fall von Arbeitslosigkeit nur die ersten zwölf Monate abgedeckt sein. Werfen Sie daher einen genauen Blick in die AGB, ehe Sie den Vertrag unterzeichnen.
    • Meist bieten Kreditgeber die Police direkt mit an: Sie müssen die Versicherung zur Absicherung Ihres Darlehens jedoch nicht unbedingt bei der Bank oder der Vermittlungsgesellschaft abschließen, die Ihnen den Kredit gewährt. „Die Bank lässt Ihnen in der Regel freie Wahl, ob Sie zusammen mit dem Kreditvertrag eine Restschuldversicherung abschließen wollen oder nicht“, heißt es etwa in den Erläuterungen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin).

    Vergleichen Sie verschiedene Angebote

    Lassen Sie sich ein Angebot geben und vergleichen Sie dieses mit anderen Tarifen, um die Restkreditversicherung zu finden, die am besten zu Ihnen passt.

    • Die Beitragszahlung erfolgt gewöhnlich in einem Einmalbetrag, der über die Dauer des Darlehensvertrags mitfinanziert wird – der Restschuldversicherungsbeitrag ist also in den monatlichen Tilgungsraten enthalten. Doch: „Die Kosten für eine freiwillige Restschuldversicherung müssen nicht in den effektiven Jahreszins eingerechnet werden“, informiert die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin). Dennoch sollten Versicherungsnehmer sich bewusst sein, dass es sich so oder so um Zusatzkosten handelt, die im Zusammenhang mit der Kreditaufnahme entstehen und die zu begleichen sind.
    • Die Kosten für eine Restschuldversicherung können sich von Anbieter zu Anbieter unterscheiden. Ihre Höhe ist zudem abhängig von der Kreditsumme, häufig liegen sie zwischen 500 und 950 Euro. Die Stiftung Warentest ist in einer Untersuchung zu dem Ergebnis gekommen, dass sich ein Anbietervergleich auszahlt: Ein Modellkunde, der ein Darlehen über 100.000 Euro absichern wollte, musste beim günstigsten Versicherer nur 772 Euro für den Versicherungsschutz zahlen – beim teuersten Anbieter hingegen 2.450 Euro. Die Warentester empfehlen, beim Vergleich der Angebote nicht nur auf den Versicherungsbetrag im ersten Jahr zu schauen. Hier lauere die Gefahr, dass dieser erheblich niedriger sei als in den folgenden Jahren. Da die Kosten für eine Restkreditversicherung in der Regel in einem Einmalbetrag fällig werden, lassen sich die Angebote relativ gut miteinander vergleichen. Entscheidend ist nämlich schlicht der Barwert: Je höher dieser ist, desto teurer die Police.
    • Der Zeitraum, für den eine Restkreditversicherung besteht, richtet sich üblicherweise nach der Laufzeit des abgeschlossenen Darlehensvertrags.
    • Machen Sie sich mit den Vertragsbedingungen vertraut. Welche Unterlagen und Nachweise müssen erbracht werden? Möchten Sie Ihr Darlehen etwa gegen Berufsunfähigkeit absichern, sollten Sie sicherstellen, dass nicht bereits bei Abschluss der Police eine Erkrankung vorlag, die zu einem späteren Zeitpunkt gegebenenfalls zu einer Berufsunfähigkeit führt.

    Holen Sie sich ein ärztliches Attest

    Wollen Sie auf der sicheren Seite stehen, sollten Sie vor der Vertragsunterzeichnung möglicherweise ärztliche Atteste vorlegen.

    • Greift die Restschuldversicherung im Schadensfall und es werden Leistungen erbracht, erhalten Sie als Versicherungsnehmer ein Abrechnungsschreiben, aus dem Zeitraum und die Höhe der Leistung ersichtlich werden. Übrigens: Die Leistung wird direkt an die Kreditbank gezahlt und nicht etwa auf Ihr Girokonto überwiesen. Bei Abschluss einer Restkreditpolice wird in der Regel vertraglich vereinbart, dass Leistungen aus der Versicherung unwiderruflich an den Kreditgeber zu Gunsten Ihres Kreditkontos erbracht werden.
    • Lösen Sie Ihren Kredit vorzeitig ab, können Sie laut Verbraucherzentrale Thüringen in der Regel verlangen, dass der nicht verbrauchte Beitrag für die Restschuldversicherung erstattet wird. Immerhin bestehen keine finanziellen Risiken mehr, die durch die Police abzusichern sind – der Versicherungsfall kann nicht mehr eintreten. Bei einer vorzeitigen Kreditbeendigung entfalle also die Geschäftsgrundlage für die abgeschlossene Restkreditversicherung. Nach Ansicht der Verbraucherzentrale wäre der Versicherungsvertrag mit Datum der Darlehensrückzahlung entsprechend anzupassen und abzuwickeln. Machen Sie von Ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch und kündigen Sie die Police per sofort.

    Ist eine Restschuldversicherung sinnvoll?

    Das Thema Restschuldversicherung ist nicht unstrittig: Die Police hat sowohl Vor- als auch Nachteile. Immer dann, wenn Sie einen Kredit aufnehmen, schwingt auch die Gefahr mit, dass Sie die vereinbarten Raten nicht mehr begleichen können – etwa weil unvorhergesehene Geschehnisse wie eine unverschuldete Arbeitslosigkeit oder eine unfallbedingte Berufsunfähigkeit Sie zahlungsunfähig machen.

    Vor allem wenn Sie einen laufenden Baukredit haben, können Sie sich und Ihre Familie durch eine Restkreditversicherung schützen: Die Rückzahlung des Darlehens ist im Todesfall, bei Arbeitslosigkeit oder Arbeitsunfähigkeit sichergestellt.

    Expertenmeinung von Prof. Dr. Steffen Sebastian

    Restschuldversicherung bei der Baufinanzierung – wichtig oder überflüssig?

    Restschuldversicherungen bieten vor allem bei Baufinanzierungen Schutz vor Zahlungsausfällen – sie sind meist aber sehr teuer. Lohnt sich der Abschluss?

    Für und Wider einer Restschuldversicherung

    Ein nicht von der Hand zu weisender Nachteil einer Restschuldversicherung ist der Kostenpunkt. Die Prämie kann den eigentlichen Kredit deutlich verteuern, der Schutz durch eine Restschuldversicherung kann aber durchaus sinnvoll sein – vor allem bei langfristigen Baufinanzierungen. Denn je länger ein Kredit läuft, desto größer ist die Gefahr, dass sich die finanzielle Situation des Kreditnehmers durch unvorhergesehene Ereignisse ändert.

    Bei kleineren Krediten – etwa bis 20.000 Euro – sollten sich Verbraucher genau überlegen, ob sie die zusätzlichen Kosten auf sich nehmen oder diese Ausgaben lieber sparen wollen. Sie sollten sich als Kreditnehmer immer wieder vergegenwärtigen, dass die Restschuldversicherung auf den Kreditbetrag angerechnet wird und somit Zinssatz wie auch die Gesamtkosten für das Darlehen steigen.

    Da eine Restschuld-Police in der Regel bei Abschluss eines Kreditvertrags abgeschlossen wird, sollten Sie sich bereits vor der Kreditaufnahme klar darüber werden, ob sich die Versicherung gegen Zahlungsunfähigkeit für Sie lohnt.

    Alternativen zur Restschuldversicherung

    Verfügen Sie über eine Kapitallebensversicherung oder eine Berufsunfähigkeitsversicherung, können diese Policen die Kreditrückzahlungen möglicherweise ebenso gut sicherstellen wie eine spezielle Restschuldversicherung.

    Keine Restschuldversicherung, aber Kreditrückstände

    Haben Sie keine Restschuldversicherung abgeschlossen, ist das Darlehen in der Regel günstiger für Sie. Tritt allerdings eine Zahlungsunfähigkeit ein oder kommt der Kreditnehmer zu Tode, kann dies weitreichende Folgen haben. Verstirbt beispielsweise ein Baukreditnehmer und die verbliebenen Raten können durch die Hinterbliebenen nicht geleistet werden, kann dies sogar dazu führen, dass die Familie ihr Haus verliert.

    Geraten Sie mit Ihren Kreditraten in Rückstand, wird üblicherweise ein Mahnverfahren durch das Kreditinstitut eingeleitet. Sollte ein Kunde auch nach der dritten Mahnung nicht das Gespräch mit der Bank gesucht haben oder die ausstehenden Raten beglichen haben, kann der Kredit seitens der Bank gekündigt werden. Häufig folgt dann ein SCHUFA-Eintrag – und gegebenenfalls werden alle über die Pfändungsgrenze hinausgehenden Lohnzahlungen an die Bank abgeführt, bis das Darlehen inklusive Zinsen komplett beglichen ist.

    Wenn eine Baufinanzierung nicht zurückgezahlt werden kann, kommt es im schlimmsten Fall zur Zwangsversteigerung der Immobilie.

    Restschuldversicherung kündigen

    Möchten Sie Ihre Restschuldversicherung kündigen, ist dies im Grunde kein Problem. Allerdings sollten Sie diesen Schritt zuvor gründlich abgewogen haben. Steht Ihr Entschluss, können Sie die Versicherung gewöhnlich jährlich zum Ende des Vertragsjahres mit einer Kündigungsfrist von einem Monat schriftlich kündigen. Werfen Sie am besten einen genauen Blick in den Vertrag, um die genauen Kündigungsbedingungen in Erfahrung zu bringen. Auch ein Widerruf ist innerhalb von 30 Tagen möglich.

    Sonderkündigungsrecht bei Sondertilgung

    Lösen Sie den Kredit im Rahmen einer Sondertilgung ab, ist die Kündigung der Restschuldversicherung ganz einfach, da so ein sofortiges Sonderkündigungsrecht entsteht – immerhin ist der Versicherungszweck entfallen. Kündigen Sie Ihre Restschuldversicherung, verlangen Sie im Zuge dessen die Rückzahlung der anteiligen Prämien von Ihrer Versicherung.

    Wurden das laufende Darlehen und die Restschuldversicherung gemeinsam abgeschlossen, sind diese meist fest miteinander gekoppelt. Diese Tatsache kann die Kündigung oder den Widerruf des Versicherungsvertrags unter Umständen erschweren.

    Eine Möglichkeit, um die Police dennoch zu kündigen, bietet eine Umschuldung des Kredits ─ wobei jedoch meist eine Vorfälligkeitsgebühr berechnet wird. Allgemein gilt diese Option jedoch als wenig rentabel. Wollen Sie Ihren Kredit umschulden und Ihre bestehende Restschuld-Police kündigen, lohnt sich dies meist nur, wenn Sie ein sehr viel besseres Zinsangebot als Alternative eingeholt haben.

    Vertrag genau prüfen

    Viele der vor Mitte 2010 geschlossenen Kreditverträge mit Restschuldversicherung enthalten unzureichende Widerrufsbelehrungen und können deshalb widerrufen werden. Überprüfen Sie, ob dies bei Ihrem Darlehensvertrag der Fall ist. Wenn ja, haben Sie Glück gehabt und können so Darlehensvertrag und Restkreditversicherung widerrufen, obwohl die entsprechende Frist längst abgelaufen ist – oder die Kreditsumme sogar schon getilgt wurde. Die Bank muss die Versicherungsprämien zumindest teilweise erstatten.

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    6 Fragen

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    Ich habe letzte Woche 3 Kredit umgeschuldet und zu einem zusammengefaßt. Der Kreditbetrag beläuft sich auf 36.000 Euro + 4.657 für die RSV, Laufzeit 84 Monate. Ich bin 63 Jahre alt und Rentner. .

    Wo kann ich einen Kredit von 90.000 euro für fünf Jahre absichern

    Ich bin seit August 2015 arbeitsunfähig geschrieben. Durch die immer schlimmer werdende Krankheit, habe ich im Oktober 2015 einen Rentenantrag auf Erwerbsunfähigkeit gestellt. Wenn dieser durch ist .

    Ich möchte diesen Kredit erst beantragen, möchte damit 5 andere Kredite ablösen, die alle in die 4000 € hineinpassen würden. Ich könnte diesen Kredit auch bekommen, nur eine Restschuldversicherung .

    Ich bin durch meine Scheidung in ziemlichen finanziellen Problemen. Ich habe 2 Kündigungen von 2 Anbietern schon bekommen. Ich Frage mich nur wofür ich die Restschuldversicherung .

    Angaben in % pro tausend kreditbetrag ?

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    Источники: http://www.finanztip.de/kredit/restschuldversicherung/, http://mobil.n-tv.de/ratgeber/Die-Kostenfalle-beim-Ratenkredit-article776566.html, http://www.financescout24.de/wissen/ratgeber/restschuldversicherung

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