Restschuldversicherung sinnvoll

    0
    33

    Restschuldversicherung

    Restschuldversicherungen sind teuer und oft überflüssig

    • Zuletzt aktualisiert: 6. Juli 2017
    • Von: Dr. Britta Beate Schön

    Das Wichtigste in Kürze

    • Restschuld- oder Ratenschutzversicherungen, die zusammen mit einem Kredit abgeschlossen werden, sind teuer und zahlen wegen etlicher Ausschlussklauseln in vielen Fällen nicht.
    • Kreditnehmer entrichten die Versicherungsprämie samt Vermittlungskosten als Einmalbetrag sofort bei Vertragsbeginn. Das erhöht die Kreditsumme.
    • Die Kosten sind nicht im Effektivzins angegeben. Dadurch wird der tatsächliche Preis des Darlehens bei Versicherungsabschluss verschleiert. Er kann sich mehr als verdoppeln.
    • Verbraucher können nicht ordentlich kündigen, wenn sie nicht selbst Versicherungsnehmer, sondern „versicherte Person“ sind.
    • Mit Umsetzung der EU-Richtlinie zum Versicherungsvertrieb (IDD) müssen Banken Verbraucher besser über Restschuldversicherungen informieren.

    So gehen Sie vor

    • Beim Abschluss eines Ratenkredits sollten Sie auf eine Restschuld- oder Ratenschutzversicherung verzichten. Um Hinterbliebene im Todesfall abzusichern, ist eine Risikolebensversicherung besser geeignet.
    • Haben Sie bereits eine solche Versicherung abgeschlossen, können Sie in der Regel außerordentlich kündigen, wenn Sie umschulden oder vorzeitig zurückzahlen. Die Bank muss den Einmalbetrag teilweise erstatten.
    • Sie können die Versicherung unter Umständen auch ordentlich kündigen, wenn Ihr Vertrag das vorsieht. Der nicht verbrauchte Einmalbetrag wird dann dem Kreditkonto gutgeschrieben.
    • Sie können den Darlehensvertrag auch widerrufen, falls die Widerrufsbelehrung fehlerhaft war. Wenden Sie sich dazu an die Verbraucherzentrale Hamburg, um den Vertrag überprüfen zu lassen.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zum Thema Ratenkredite immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Banken bieten Kreditnehmern meist als Zusatzprodukt zum Kredit auch eine Restschuld- oder Ratenschutzversicherung an. Kann der Kreditnehmer die Rate mal nicht zahlen – etwa weil er seine Arbeit verloren hat oder länger krank ist –, soll die Versicherung einspringen.

    Die Idee, die Darlehensraten mit einer Versicherung gegen Arbeitslosigkeit oder Arbeitsunfähigkeit abzusichern, erscheint auf den ersten Blick sinnvoll, vor allem bei langfristigen Baufinanzierungen und hohen Darlehenssummen. Bei kleineren Ratenkrediten ist eine Restschuldversicherung aber meist überflüssig und teuer.

    In Großbritannien sind Restschuldversicherungen die umstrittensten Finanzprodukte. Nach zahlreichen Beschwerden und Urteilen konnten viele Kreditnehmer im Vereinigten Königreich die gesamten Prämien für bestehende Policen zurückverlangen. Nach Schätzung der britischen Aufsichtsbehörde bekamen Verbraucher seit Januar 2011 umgerechnet insgesamt rund 26 Milliarden Pfund (etwa 30 Milliarden Euro) an Entschädigungen zurückgezahlt.

    Auch in Deutschland stehen die Versicherungen schon lange in der Kritik. Obwohl die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) wegen der mangelnden Standardisierung zur Vorsicht mahnt, gibt es viele davon: Die Versicherungsunternehmen haben etwa 8,2 Millionen versicherte Personen im Bestand (Bafin-Ergebnisbericht 2017, Seite 31).

    Mit der Umsetzung der europäischen Richtlinie zum Versicherungsvertrieb (IDD) müssen künftig Banken über Restschuldversicherungen zumindest besser informieren. Ob sich durch die neuen Regeln tatsächlich für Verbraucher etwas verbessert, bleibt abzuwarten. Das Gesetz soll im Februar 2018 in Kraft treten.

    Das kosten Restschuldversicherungen

    So plausibel diese Versicherung erscheint: Sie ist im Regelfall zu teuer, auch wenn sich die Kosten nicht pauschal beziffern lassen. Es gibt weder feste Prozentsätze noch Formeln, anhand derer Kunden berechnen könnten, wie teuer oder günstig die Absicherung eines Darlehens wird. Den Banken und Versicherungen zufolge kommt es immer auf den Einzelfall an. Deshalb haben wir nachgefragt und für einen Beispielfall Angebote eingeholt.

    Beispielfall: Ein Angestellter, verheiratet, 2 Kinder, 45 Jahre alt, Netto-Einkommen von 2.700 Euro, Miete 850 Euro, braucht einen Ratenkredit über 10.000 Euro, 60 Monate Laufzeit. Er möchte auch eine Restschuldversicherung mit diesem Kredit abschließen. Wir erhielten folgende Angebote:

    Quelle: eigene Recherche (Stand: 27. Februar 2015)

    Die Prämien für die Versicherung in den uns unterbreiteten Angeboten belaufen sich auf 13 bis 17 Prozent des Auszahlungsbetrags. Das Landgericht Nürnberg hat die Prämie der Restkreditversicherung von 15,6 Prozent des Auszahlungsbetrags als „bedenklich hoch“ bewertet (Urteil vom 7. April 2014, Az. 6 O 754/14).

    Für den Kreditgeber hat eine solche Versicherung zwei Vorteile: Erstens erhält er für den Abschluss eine Provision und zweitens sinkt durch die entsprechende Absicherung das Ausfallrisiko des Kredits – bei unverändertem Zinssatz ein gutes Geschäft für die Bank. Die Provisionen belaufen sich in den von uns eingeholten Angeboten auf etwa 30 Prozent der Prämie, die Bafin hat in ihrer Marktuntersuchung noch weit höhere Vertriebskosten festgestellt. Im teuersten Tarif für den Todesfallschutz beliefen sich die abgezinsten Vertriebskosten auf 85 Prozent des Einmalbetrags (Bafin-Marktuntersuchung, Seite 14).

    Für den Kreditnehmer sind die Leistungen der meisten Zahlungsausfallversicherungen hingegen überschaubar: Die Anbieter zahlen häufig nur für einen begrenzten Zeitraum und haben umfangreiche Ausschlusskriterien – mit der Folge, dass der Kunde oft leer ausgeht. Das sind Beispiele für Ausschlusskriterien:

    • Bei Arbeitslosigkeit sind nur die ersten zwölf Monate abgedeckt.
    • Bei Arbeitslosigkeit wird erst nach einer Wartezeit von sechs Monaten und zusätzlich einer Karenzzeit von drei Monaten gezahlt.
    • Im Todesfall oder bei Arbeitsunfähigkeit springt die Versicherung nicht ein, wenn eine Krankheit die Ursache dafür ist, die in den Bedingungen aufgelistet ist: Herz- und Kreislauferkrankungen, Erkrankung der Wirbelsäule, der Gelenke, der Verdauungsorgane, bei Krebserkrankungen oder wegen anderer chronischer Krankheiten.

    Nicht alle diese Klauseln sind rechtens. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat zum Beispiel eine Ausschlussklausel in den Versicherungsbedingungen von Restschuldversicherungen wegen Intransparenz für unwirksam erklärt (Urteil vom 10. Dezember 2014, Az. IV ZR 289/13): „Der Versicherungsschutz erstreckt sich nicht auf die der versicherten Person bekannten ernstlichen Erkrankungen.“

    Laut Bafin haben sich die meisten Versicherer nach Veröffentlichung des Urteils nicht mehr auf die unwirksame Regelung berufen. Aber es gab immer noch rund 1.750 Fälle, in denen Unternehmen diese Klausel weiter anwandten und entsprechende Leistungen ablehnten. Die Bafin hat angekündigt, die betroffenen Unternehmen zur Stellungnahme aufzufordern (Bafin-Marktuntersuchung, Seite 20).

    Versicherung im Effektivzins meist nicht berücksichtigt

    Verbraucher haben bisweilen den Eindruck, sie bekommen ohne Versicherung keinen Kredit. Doch das ist in aller Regel nicht so – Restkreditversicherungen sind nicht verpflichtend. Die Bafin hat allerdings festgestellt, dass Banken in Einzelfällen Darlehen nur bei gleichzeitigem Abschluss einer Versicherung gewähren, vor allem bei Kunden mit schlechter Bonität (Bafin-Marktuntersuchung 2017, Seite 31). Bei zwingendem Abschluss einer Restschuldversicherung sind die Kosten der Police in den effektiven Jahreszins des Kredites einzubeziehen.

    Die Banken, die wir betrachtet haben, weisen aber alle darauf hin, dass der Versicherungsschutz keine Voraussetzung dafür ist, dass ein Kunde einen Kredit erhält. Folge: Die Versicherungskosten werden nicht im Effektivzins berücksichtigt (§ 6 Abs. 3 Nr. 4 Preisangabenverordnung (PAngV)). Für den Kreditnehmer ist es daher relativ schwer, sich ein genaues Bild von den zusätzlichen Ausgaben zu machen. Er finanziert die Versicherung über das Darlehen, so dass er während der gesamten Laufzeit des Darlehens auch die Versicherungssumme mitverzinst. Rechnet man die Versicherungsausgaben in die Kreditkosten ein, treiben sie den Zins des Ratenkredits in die Höhe. Wir nehmen denselben Beispielfall wie oben.

    Beispielfall: Ein Angestellter, verheiratet, 2 Kinder, 45 Jahre alt, Netto-Einkommen von 2700 Euro, Miete 850 Euro, braucht einen Ratenkredit über 10.000 Euro, 60 Monate Laufzeit. Er möchte auch eine Restschuldversicherung mit diesem Kredit abschließen. Wie sich bei den uns übermittelten Angeboten der Effektivzins erhöhte, können Sie der folgenden Tabelle entnehmen:

    Quelle: eigene Recherche, FMH-Finanzberatung (Stand. 27. Februar 2015)

    Die FMH-Finanzberatung bietet einen Rechner an, mit dem Sie den tatsächlichen effektiven Jahreszins unter Einbeziehung der Versicherung selbst nachrechnen können.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zum Thema Ratenkredite immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Risiko der Doppelversicherung

    Hat der Kreditnehmer bereits eine Risikolebensversicherung oder eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen, würde er sich mit einer Restschuldversicherung unnötig doppelt und außerdem kostenintensiv absichern. Unsere Empfehlung lautet daher: Schließen Sie bei Ratenkrediten keine Restschuldversicherung ab. Nicht immer nennen die Banken die Restschuldversicherung beim Namen.

    Namen für die Restschuldversicherung

    Quelle: eigene Recherche (Stand: März 2015)

    Achtung – Standardeinstellung bei Vergleichsportalen: Die meisten Vergleichsportale sehen in ihren Standardeinstellungen den zusätzlichen Abschluss einer Restschuldversicherung vor. Sie müssen also die Option „Absicherung durch Versicherung“ abwählen.

    Restschuldversicherung kündigen

    Haben Sie bereits mit Ihrem Darlehen eine Restschuldversicherung abgeschlossen, können Sie diese kündigen. Das liegt auf der Hand, wenn Sie das Darlehen umschulden oder vorzeitig tilgen. Dann sind die Abschlusskosten und die Prämien für die bisherige Laufzeit zwar weg, Sie können aber die Prämien für den Rest der vereinbarten Laufzeit anteilig zurückverlangen.

    Sonderkündigungsrecht – Bei der Umschuldung eines Darlehens entfällt nicht automatisch die Restschuldversicherung. Sie müssen diese gesondert kündigen. Fordern Sie mit der Kündigung die Versicherung auf, Ihnen die anteiligen Prämien zurück zu zahlen. Denn wenn Sie das Darlehen tilgen, entfällt der Versicherungszweck für die Restschuldversicherung. Sie haben dann ein Sonderkündigungsrecht. In vielen Verträgen ist dieser Fall der Kündigung bereits vorgesehen. Sollte die Versicherung Ihre Kündigung nicht akzeptieren und auf die ordentlichen Kündigungsfristen verweisen, sollten Sie das nicht akzeptieren. Sie haben in diesen Fällen ein Kündigungsrecht und einen Anspruch auf Beendigung des Vertrages.

    Separate ordentliche Kündigung – Wollen Sie die Versicherung beenden, obwohl der Darlehensvertrag noch besteht, müssen Sie in Ihrem Vertrag nachschauen, ob ein ordentliches Kündigungsrecht vorgesehen ist. Die vertraglichen Kündigungsfristen sind dann zu beachten. Üblicherweise wird eine Kündigungsfrist von zwei Wochen zum Ende eines jeden Monats vereinbart. Auch nach der Kündigung haben Sie Anspruch darauf, dass die Versicherung den nicht verbrauchten Anteil des Risikobeitrags erstattet. Die Abschlussprovision wird allerdings nicht erstattet, einige Anbieter ziehen auch einen sogenannten Stornoeinbehalt von der Rückzahlung ab. Die Verträge sind in diesem Punkt nicht einheitlich. Es kann sein, dass die Bank nach der Kündigung eine anderweitige Sicherheit wie zum Beispiel die Beleihung einer Lebensversicherung verlangt.

    Versicherungsnehmer oder versicherte Person

    Es gibt viele Anbieter, bei denen Sie nicht selbst Versicherungsnehmer sind, sondern nur „versicherte Person“. Die Bank ist dann Vertragspartner der Versicherung, und Sie werden als versicherte Person in den Gruppenversicherungsvertrag einbezogen. Damit sind Sie rechtlich schlechter gestellt. Als versicherte Person können Sie nämlich grundsätzlich nicht ordentlich kündigen.

    Widerruf bei Ratenkrediten mit Restschuldversicherung

    Wenn der Kreditvertrag schon beendet ist, können Sie nicht mehr kündigen. Unter Umständen können Sie aber einen Widerruf erklären. Es gilt nämlich keine Verjährung. Genau wie bei Baufinanzierungen kann sich auch bei Ratenkrediten ein Widerruf lohnen. Verbraucher können durch einen Widerruf erreichen, dass sie statt eines überteuerten Zinssatzes nur noch einen marktüblichen Zins zahlen müssen und Prämien der Restschuldversicherung zumindest teilweise erstattet bekommen.

    Fehlerhafte Widerrufsbelehrung – Wird der Kredit zusammen mit einer Restschuldversicherung abgeschlossen, handelt es sich dabei rechtlich um ein verbundenes Geschäft. Das bedeutet: Die Widerrufsbelehrungen müssen unter anderem auf die Besonderheiten bei einem verbundenen Geschäft hinweisen. Mehr als 80 Prozent aller Kreditverträge mit Restschuldversicherung, die vor Mitte 2010 geschlossen wurden, enthalten unzureichende Widerrufsbelehrungen. Obwohl die Widerrufsfrist bereits abgelaufen ist, können Sie auch noch heute den Darlehensvertrag widerrufen. Der Widerruf führt zugleich dazu, dass Sie nicht mehr an den Restschuldversicherungsvertrag gebunden sind (§ 358 Abs. 2 Satz 1 BGB, BGH, Urteil vom 18. Januar 2011, Az. XI ZR 356/09). Das gilt auch bei Restschuldversicherungen, bei denen der Kreditnehmer nicht zugleich Versicherungsnehmer ist, sondern bloß „versicherte Person“. Das hat das Oberlandesgericht (OLG) Hamm so entschieden (Urteil vom 11. Dezember 2013, Az. 31 U 127/13). Solche Verträge haben unter anderem die Santander Consumer Bank und Creditplus angeboten.

    Die Verbraucherzentrale Hamburg bietet gegen eine Gebühr von 100 Euro an, Kreditverträge mit Restschuldversicherungen zu überprüfen. Findet sich ein Fehler, bekommen Verbraucher ein Musterschreiben mit Widerruf, mit dem sie die Rückzahlung verlangen können. Sie müssen allerdings mit einer Wartezeit von etwa drei Monaten rechnen. In unserer Finanztip Community berichten Leser, dass sie mit Hilfe der Verbraucherzentrale erfolgreich ihren Darlehensvertrag widerrufen haben.

    Rückabwicklung und marktübliche Zinsen – Ein Widerruf wandelt den Darlehensvertrag in ein sogenanntes Rückabwicklungsverhältnis um (§§ 357 Abs. 1 Satz 1, 346, 348 BGB). Läuft Ihr Vertrag noch, müssen Sie der Bank die Darlehenssumme zunächst innerhalb von 30 Tagen zurückzahlen. Deshalb sollten Sie vor dem Widerruf sicherstellen, dass Sie das Darlehen entweder mit eigenen Mitteln oder mit einem neuen Kredit von einer anderen Bank zurückzahlen können. Sie müssen bei fehlerhafter Belehrung nur die Nettokreditsumme mit einer marktüblichen Verzinsung zahlen.

    Das Geldinstitut ist verpflichtet, alle von Ihnen bereits erbrachten Zins- und Tilgungsleistungen zurückzuzahlen. Sie darf aber die vereinbarten Zinsen für die Kapitalüberlassung verlangen. Dabei sollten Sie jedoch nachweisen, dass der marktübliche Zinssatz für ein vergleichbares Darlehen zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses geringer gewesen ist (OLG Düsseldorf, Urteil vom 17. Januar 2013, Az. I 6 U 64/12). Ob der vereinbarte Sollzinssatz zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses marktüblich war, können Sie ermitteln durch einen Vergleich mit der Zinsstatistik der Deutschen Bundesbank für das Neugeschäft der deutschen Banken bei Konsumentenkrediten mit einer Laufzeit von mehr als fünf Jahren. Bei einer Laufzeit unter fünf Jahren ist diese Statistik entscheidend. Der Widerruf kann sich lohnen, wenn Sie einen teuren Kredit haben, dessen Zins höher als marktüblich war.

    In einem Verfahren vor dem OLG Hamm musste der Kreditnehmer nach Widerruf statt eines effektiven Jahreszinses von 14,3 Prozent nur noch einen Zinssatz von 8,92 Prozent zahlen, der laut Statistik der Bundesbank im Juni 2007 marktüblich war. Die Differenz musste die Bank erstatten (11. Dezember 2013, Az. 31 U 127/13).

    Rückabwicklung und Versicherungsprämien – Anteilige Beiträge zur Versicherung ab Widerruf muss die Bank erstatten. Es ist derzeit noch unklar, ob die Bank bei einer Rückabwicklung die gesamten Prämien für das finanzierte Geschäft, also für die Restschuldversicherung, zurückzahlen muss. Einige Anwälte sind der Auffassung, dass die Bank die gesamten Prämien zurückzahlen muss. Dabei verweisen sie auf ein Urteil des BGH. Danach muss sich ein Kunde aus dem verbundenen Geschäft folgenlos lösen können, also auch unbelastet von Zinsen und Kosten (18. November 2011, Az. XI ZR 356/09).

    Andere Juristen sind der Ansicht, dass die Bank für die Zeit bis zum Widerruf des Kreditvertrags nur die Hälfte der Versicherungsprämien erstatten muss. So sieht es zumindest auch das Landgericht Berlin (Urteil vom 23. September 2014, Az. 4 O 65/14). In diesem Fall konnte der Kreditnehmer wegen fehlerhafter Widerrufsbelehrung bei einem verbundenen Geschäft das Darlehen widerrufen. Er musste aber für den erhaltenen Versicherungsschutz die anteiligen Prämien entrichten, allerdings nur zur Hälfte. Da die Bank durch die Restschuldversicherung auch einen Vorteil habe, hielt das Gericht es für angemessen, den Wertersatz auf die Hälfte der tatsächlich gezahlten Prämie zu reduzieren. Ähnlich urteilte auch das OLG Hamm (11. Dezember 2013, Az. 31 U 127/13).

    Beispiel: Ein Angestellter hat einen Ratenkredit über eine Nettokreditsumme von 10.000 Euro mit einer Laufzeit von 60 Monaten abgeschlossen. Die Restschuldversicherung kostete 1.200 Euro. Er zahlte also 20 Euro pro Monat. Widerruft er nach 30 Monaten, erhält er anteilig die für die Zukunft bereits als Vorabzahlung entrichteten Gebühren in Höhe von 600 Euro zurück. Zusätzlich kann er für die Vergangenheit die Hälfte der entrichteten Prämien zurückverlangen (300 Euro). Der Angestellte kann also bei fehlerhafter Widerrufsbelehrung einen Betrag von 900 Euro verlangen. Dieses Geld konnte die Bank nutzen und muss deshalb zusätzlich 5 Prozent Zinsen über Basiszinssatz auf die 900 Euro erstatten. War der Zinssatz für das Darlehen teurer als marktüblich, kann der Kunde zusätzlich noch die zu viel entrichteten Zinsen fordern.

    Restschuldversicherung bei Baufinanzierungen

    Anders als bei Ratenkrediten ist es bei Baufinanzierungen durchaus sinnvoll, die Restschuld eines Immobilienkredits abzusichern. Dabei geht es vor allem darum, die Hinterbliebenen abzusichern, falls der Darlehensnehmer verstirbt, bevor der Baukredit zurückgezahlt ist. Dazu schließt der Darlehensnehmer am besten eine Risikolebensversicherung ab. Die Versicherungssumme kann in diesem Fall gleichbleibend über die gesamte Laufzeit sein, oder sie kann auch parallel zur Restschuld fallen.

    Wer eine Immobilienfinanzierung abschließt, sollte außerdem seine Berufsunfähigkeitsversicherung überprüfen, denn diese sichert das Risiko einer längerfristigen Krankheit ab.

    Mehr dazu im Ratgeber Kredit

    Sara Zinnecker

    Finanztip-Expertin für Kredit

    Auf Vergleichsportal besten Zins sichern

    • Portale vermitteln Darlehen vieler Banken.
    • Sie erhalten genaue Angebote nach Dateneingabe.
    • Die Anfrage hat keine negativen Folgen bei der Schufa.

    Unsere Anbieter-Empfehlung:

    Sollen wir Sie

    Einmal pro Woche die wichtigsten Verbraucher-Tipps – kostenlos und werbefrei direkt in Ihr Postfach.

    Vielen Dank für Ihre Anmeldung

    Bitte bestätigen Sie Ihre E-Mail-Adresse

    1. Schauen Sie gleich in Ihrem Postfach nach.
    2. Öffnen Sie die Mail von Finanztip Newsletter.
    3. Klicken Sie auf den Bestätigungslink.

    Schauen Sie bitte auch im Spam-Ordner nach.

    Das könnte Sie auch interessieren

    Noch mehr sparen mit Finanztip

    Weitere Themen

    Finanztip Newsletter

    • Jede Woche die besten Tipps
    • Absolut kostenlos
    • 100% werbefrei

    Kostenlos anmelden

    Artikel verfasst von

    Finanztip-Expertin für Recht

    Britta Beate Schön ist bei Finanztip für sämtliche Rechtsthemen zuständig. Die promovierte Juristin und Rechtsanwältin war als Leiterin der Rechtsabteilung bei Finanzdienstleistern wie der Telis Finanz AG und der Interhyp tätig. Vorher lehrte und forschte sie in Japan als DAAD-Junior-Professorin für deutsches und Europarecht. Ihr Studium absolvierte sie in Münster, Genf, Regensburg und Leipzig. Die Autorin erreichen Sie unter [email protected] .

    Restschuldversicherung sinnvoll oder nicht?

    Inhaltsverzeichnis

    Der Schein trügt

    Auf den ersten Blick erscheinen die Restschuldversicherungen zweckmäßig.

    Diese übernimmt die Kreditraten bei

    • Arbeitslosigkeit oder
    • Arbeitsunfähigkeit aufgrund von Krankheit, Unfall oder Invalidität
    • und sichert im Todesfall die Rückführung des Darlehens.

    In den Versicherungsbedingungen ist genau festgelegt, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit die Versicherung greift und es kann Ausschlussklauseln geben.

    Beispielsweise ist es möglich, dass keine Zahlung der Raten erfolgt, wenn eine Arbeitsunfähigkeit aufgrund einer bereits zu Vertragsbeginn bestehenden Krankheit entstanden ist. Auch kann die Übernahme der Raten zeitlich befristet sein.

    Bei Arbeitslosigkeit ist die Zahlung häufig auf 12 bis 18 Monate begrenzt. Zudem kann es zu Beginn eine mehrwöchige Karenzzeit geben, bis die Versicherung zum Tragen kommt.

    Überteuerte Restschuldversicherungen

    Es gibt erhebliche Unterschiede bei den Versicherungsprämien bei gleicher Leistung. So verlangt nach einer Untersuchung der Stiftung Warentest der teuerste Anbieter dreimal so viel wie der günstigste.

    Der Abschluss einer Restschuldversicherung verteuert den Kredit erheblich. Bei einem Ratenkredit mit Summen von beispielsweise 10.000 Euro oder 15.000 Euro sind die Kosten für Darlehen und Versicherung insgesamt nicht selten doppelt so hoch, wie ohne Versicherung.

    In Fällen, in denen die Versicherungsprämie als Einmalbeitrag fällig ist, wird dieser auf den Kreditbetrag aufgeschlagen und so mitfinanziert. Die Bank verdient dann doppelt: Mit der Provision für den Versicherungsabschluss sowie an den Zinsen, die Sie für den erhöhten Betrag zahlen müssen.

    Abschluss darf nicht Bedingung sein

    Eine Bank darf eine Versicherung für die Restschuld nicht zur Bedingung für die Gewährung des Darlehens machen. Tut sie dies, muss sie die Kosten für die Versicherung mit in den effektiven Jahreszins des Darlehens einrechnen, denn die Beitragszahlungen sind dann Nebenkosten des Kreditvertrags. Erfolgt dies nicht, ist dies ein Verstoß gegen die Preisangabenverordnung.

    Bei einem Ratenkredit (Konsumentenkredit) ist eine Restschuldversicherung häufig zu teuer und in der Regel daher nicht sinnvoll. Lediglich bei höheren Kreditsummen und Risiken können Restschuldversicherungen in Frage kommen.

    Möchten Sie trotzdem eine solche Versicherung abschließen, dann lassen Sie sich von Ihrer Bank die gesamten Kosten für den Kredit einmal mit und einmal ohne Versicherung berechnen und vergleichen Sie.

    Alternativen zur Restschuldversicherung

    Die Absicherung für eventuelle finanzielle Engpässe sowie die Entlastung der Angehörigen von der Kreditrückzahlung im Falle des Ablebens sind nun aber keineswegs unnötig.

    Zur Absicherung der Familie für den Todesfall des Kreditnehmers ist eine Risikolebensversicherung zweckmäßiger und meist auch günstiger (Die Prämie ist abhängig vom Alter und Gesundheitszustand).

    Bei Immobilienkrediten Notwendigkeit abwägen

    Bei Immobilienkrediten kann eine Restschuldversicherung sinnvoll sein, so dass beim Eintritt eines Versicherungsfalls das Haus nicht verkauft werden muss. Berücksichtigt werden sollte vor einem Abschluss aber auch die familiäre Situation, die Kreditsumme sowie bereits vorhandene Versicherungsverträge (beispielsweise Berufsunfähigkeit, Unfall).

    Wer sich bei einem Immobilienkredit unsicher ist, ob eine Restschuldversicherung sinnvoll ist, sollte eine Beratung bei der Verbraucherzentrale in Erwägung ziehen.

    Zwei unabhängige Verträge

    Bei einem Kreditvertrag und einer Restschuldversicherung handelt es sich um zwei unabhängige Verträge.

    Da die Verträge eigenständig sind, kann das Kreditinstitut eigentlich nicht vorschreiben, bei welchem Versicherungsunternehmen die Restschuldversicherung abgeschlossen werden soll. Häufig wird dies jedoch versucht.

    Restschuldversicherung widerrufen, auch nachträglich

    Unterzeichnete Restschuldversicherungen besitzen eine reguläre Widerrufsfrist von 14 Tagen.

    Ist diese verstrichen, kann unter Umständen eine bereits auch länger bestehende Restschuldversicherung noch nachträglich widerrufen werden. Möglich macht dies ein Urteil des BGH aus dem Jahre 2009, Az. XI ZR 45/09.

    Für einen erfolgreichen Widerruf sind zwei Voraussetzungen notwendig:

    1. Kreditvertrag und Restschuldversicherung sind verbundenes Geschäft

    Im § 358 Abs. 3 BGB wird festgestellt, dass ein Verbraucherdarlehensvertrag und die Restschuldversicherung miteinander verbunden sind, wenn das Darlehen ganz oder teilweise der Finanzierung des anderen Vertrags dient und beide Verträge eine wirtschaftliche Einheit bilden.

    Bedeutet: Der eine Vertrag wäre demnach ohne den anderen nicht abgeschlossen worden und durch das Darlehen werden die Versicherungsprämien teilweise abbezahlt.

    2. Vorliegen einer fehlerhaften Widerrufsbelehrung

    Die Bank oder Sparkasse hat in der Widerrufsbelehrung nicht korrekt darauf hingewiesen, dass gemäß § 358 Abs. 5 BGB (Fassung vor dem 13.05.2014) beide Verträge aufeinander Bezug nehmen und die Kündigung des einen zugleich die des anderen impliziert.

    Der Kreditnehmer hat lediglich den Nettodarlehensbetrag und die marktüblichen Zinsen zurückzuzahlen. Berücksichtigt werden hierbei bereits geleistete Zahlungen.

    Die Bank hat die gesamte Restschuldversicherung (Prämien und Zinsen) zurückzuerstatten.

    Auch falls das Darlehen bereits vollständig getilgt sein sollte, können Sie die Verträge rückwirkend widerrufen. Dann findet eine Rückabwicklung statt. Eine Verjährung ist nicht vorgesehen.

    Übrigens: Eine Vorfälligkeitsentschädigung fällt im Gegensatz zu einer Kündigung nicht an.

    Restschuldversicherung kündigen

    Die Kündigungsfrist einer Restschuldversicherung beträgt in der Regel zwei Wochen zum Monatsende.

    Sie können diese kündigen, auch wenn der Darlehensvertrag noch besteht, und erhalten einen Teil der Prämien zurückerstattet.

    Durch Umschuldung oder vorzeitige Tilgung entfällt der Versicherungszweck und der Kreditnehmer hat ein Sonderkündigungsrecht. Eine Frist ist hierbei nicht einzuhalten. Bestehen Sie auch hier auf die teilweise Rückerstattung von Prämien!

    Die Abschlussprovision ist in beiden Fällen unwiderruflich verloren.

    Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung.

    Wie sinnvoll ist eine Restschuldversicherung für Kredit-Nehmer tatsächlich?

    Restschuldversicherungen versprechen u.a. Absicherungen gegen Arbeitslosigkeit

    Ein neues Auto muss her? Die Waschmaschine ist defekt? Das TV-Gerät streikt und muss ersetzt werden? All das gestaltet sich nicht mehr problematisch, da man – entsprechende Solvenz vorausgesetzt – über einen Kredit in kleinerem oder größerem Rahmen verfügen kann.

    Mit der Kreditvergabe geht nicht selten eine Restschuldversicherung Hand in Hand. Doch was ist eine Restschuldversicherung? Benötigt man sie wirklich? Und wer benötigt wirklich eine Restschuldversicherung? Auf was sollte oder muss man achten und was sollte man als Kunde prüfen, bevor man eine Restschuldversicherung abschließt? Was gilt es hinsichtlich der Kosten zu beachten?

    Grundsätzlich birgt die Aufnahme eines kleineren oder größeren Kredites gewisse Risiken. Gerade wenn die aufzunehmende Summe in höhere Dimensionen geht – Kauf oder Bau eines Hauses, Anschaffung einer Eigentumswohnung usw. – bewegt man sich als Kreditnehmer in Größenordnungen, die leicht unüberschaubar werden können. Sollte der Ernstfall eintreten und man wird als Kreditnehmer arbeitslos, besteht das Risiko, den Kredit nicht mehr bedienen zu können.

    Gleiches greift, wird man über einen längeren Zeitraum krank oder sogar berufsunfähig, denn auch dabei droht das Risiko, mit den Raten in Rückstand zu geraten. Ebenso ist das Risiko eines plötzlichen Todesfalles nicht zu unterschätzen, wodurch die Kreditrückzahlung bei einem Alleinverdiener nicht mehr getätigt werden kann.

    Auch dem Kreditinstitut sind diese Risiken gegenwärtig und es wird versucht, das Risiko der Nichtbedienbarkeit des Kredites zu minimieren. Die kreditgebende Bank sichert solche Ausfallrisiken in der Regel durch eine sogenannte Restschuldversicherung ab. Doch nicht nur für den Kreditgeber, sondern auch für den Kreditnehmer ist eine solche Form der Absicherung unter gewissen Umständen von größter Bedeutung.

    Was versteht man unter einer Restschuldversicherung?

    Eine Restschuldversicherung bringt Sicherheit für Kreditnehmer und -geber.

    Die Restschuldversicherung (RSV abgekürzt) fällt in die Gruppe der sogenannten Risikoversicherungen. Über die RSV wird der Kreditnehmer, je nach Versicherungsform auch nahestehende Angehörige, dahin gehend abgesichert, sollten sich gravierende Probleme bei der Bedienung der monatlichen Kreditraten ergeben.

    Sollte zum Beispiel der Hauptdarlehensnehmer plötzlich versterben und der Kredit kann so nicht mehr bedient werden, träte die Versicherung an seiner Stelle ein und würde für die Begleichung der noch offenen Verbindlichkeiten eintreten. Je nach gewählter Form der Restschuldversicherung wird dabei auch das Risiko des unverschuldeten Jobverlustes – nicht die eigene und freiwillige Kündigung! – abgesichert. Sie greift auch im Falle einer krankheitsbedingten Zahlungsunfähigkeit. Sollte eine Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit vorliegen, tritt ebenso die Versicherung zur Tilgung des Darlehens ein, wenn man die entsprechenden Erweiterungen der Zuständigkeit gewählt hat.

    In manchen Fällen dient die RSV auch dazu, als weitere Sicherheit zu fungieren, um die Kreditvergabe seitens der Bank leichtgängiger zu gestalten. Aus diesem Grund gibt es Kreditinstitute am Markt, die darauf bestehen, dass der Kreditnehmer vor der Gewährung des Kredites eine Restschuldversicherung abschließt. Bei der entsprechenden Verpflichtung zur Zusatzabsicherung des Kredites über eine Versicherungspolice besteht bankseitig allerdings die Pflicht, dass die Kosten dieser RSV in den Berechnungsmodellen zum Effektivzins aufgeführt werden müssen.

    Um dieser Pflicht nicht Genüge tun zu müssen, haben es sich einige Kreditinstitute zur Gewohnheit gemacht, nicht mehr offizielle darauf zu bestehen, dass eine RSV abgeschlossen wird. Trotzdem wird dem Kunden gerne suggeriert, dass er ohne eine entsprechende Versicherung ein existenziell bedrohliches Risiko eingeht.

    So soll der Kunde dahin gehend „tendenziös beeinflusst werden“, auch ohne Drängen der Bank eine solche Restschuldversicherung abzuschließen. Für die Bank handelt es sich dabei unter Umständen um ein „nettes Zusatzgeschäft“. Erstens ist so der Kredit gegen relativ viele Eventualitäten abgesichert und zweitens erhalten Banken im Regelfall eine Provision vom Versicherungsträger, so sie für die RSV mit bestimmten Anbietern kooperieren.

    Wie gestalten sich die Kosten?

    Die Kosten für eine RSV sollten Sie gut prüfen – der Kredit kann sich deutlich verteuern.

    Die für die RSV anfallenden Kosten wird das Kreditinstitut im Normalfall auf die Kreditsumme aufschlagen. Dadurch erhöhen sich in direkter Folge selbstverständlich die monatlichen Raten, die man als Kreditnehmer zur Bedienung des Darlehens aufwenden muss. Der Rahmen an Kosten, den man als Kunde für eine solche RSV aufwenden muss, richtet sich in der Regel nach dem Anbieter, da der Umfang nicht gesetzlich festgeschrieben ist.

    Je nach Kreditinstitut und RSV-Anbieter sind dabei unter Umständen Kosten möglich, die bis an die Grenze von 30 % der Gesamtsumme des Darlehens heranreichen. Selbst wenn der Kredit selbst in einem überschaubaren Rahmen gehalten ist, sind so theoretisch RSV-Kosten möglich, die in die Tausende an Euro gehen. Grundsätzlich ist es darum dringend angeraten, vor dem Abschluss einer RSV zu eruieren, wer gegebenenfalls der Anbieter mit dem Bestangebot ist. Zu den günstigsten Anbietern von Konsumentenkrediten zählt die CreditPlus, hier betragen die Kosten für eine Restschuldversicherung durchschnittlich unter 0,40 Euro pro Tag. Auch andere Institute (u.a. Süd-West-Kreditbank) bieten entsprechenden Lösungen an.

    Sollten die Kosten der Restschuldversicherung über einen Rahmen von circa 10 % der gesamten Finanzierungssumme hinausgehen, sollte man als Kunde dankend ablehnen. Zu berücksichtigen ist: Der eigene Abschluss einer Versicherung zur Kreditabsicherung liegt im Regelfall immer unter dem Kurs, der durch die Bank und deren Partner-Versicherungen offeriert wird.

    Wo liegen die Vorteile und Nachteile?

    Ein nicht unerheblicher Nachteil liegt darin begründet, dass die Absicherung durch eine Restschuldversicherung nicht selten große Lücken aufweist. Diese bestehen zum Beispiel darin, dass man selbst darauf achten muss, dass man alle Eventualitäten – jeweils zu steigenden Versicherungssummen – abfängt. Ferner greifen nicht selten nicht unerhebliche Wartezeiten, bevor die Versicherung in Anspruch genommen werden kann. Das bedeutet, man muss erst die Versicherung über einen Zeitraum X bedient haben, bevor der umfassende Versicherungsschutz beginnt. Das greift beispielsweise dann, wenn man den Fall eigener Arbeitslosigkeit versichert sehen will. Ohne dass man seit einer vom Versicherer vorgegebenen Zeitspanne in die Versicherung eingezahlt hat, wird der Versicherungsfall nicht anerkannt. Darüber hinaus greift, dass bei Arbeitslosigkeit die Übernahme der Raten durch die Versicherung oftmals nicht durchgängig, sondern nur befristet durchgeführt wird. Als häufig gewählte Grenze gilt hierbei ein Jahr.

    Ein klares Argument für den Abschluss einer Restschuldversicherung ist zweifellos die vereinfachte Bearbeitungs- und Wartezeit, um überhaupt den gewünschten Kredit zu bekommen. Möchte man beispielsweise selbst dafür Sorge tragen, Risiken abzusichern, sind oft Gesundheitsprüfungen mit dem Abschluss der Versicherung verbunden, die bei bankseitigen Versicherungen in der Regel entfallen. Erhält man nun die sogenannte Risikolebensversicherung nicht, entfällt dadurch auch die Kreditvergabe. Gerade der Punkt, dass man bei der Restschuldversicherung über die Bank auch das Risiko einer nicht selbst verschuldeten Arbeitslosigkeit absichern kann, ist selbstverständlich ein weiteres Kriterium, welches für den RSV-Abschluss spricht. Jedenfalls für den Fall, dass man in Festanstellung und nicht selbstständig tätig ist.

    Selbst für den Fall, dass die Zahlungsübernahme nur zeitlich befristet ist, bleibt bei einer Arbeitslosigkeit die Option, sich eine neue Anstellung zu suchen, ohne danach auf einem „Schuldenberg“ zu sitzen.

    Für wen ist die Restschuldversicherung geeignet?

    Für große Investitionen, wie z.B. dem Hausbau, ist eine Restschuldversicherung oftmals sinnvoll.

    Grundsätzlich sollten Restschuldversicherungen nur dann zum Tragen kommen, wenn es sich um hohe Kreditsummen handelt – beispielsweise beim Bau eines Hauses, oder dem Kauf einer Eigentumswohnung. Grundsätzlich sollte man jedoch auch bei großen Kreditsummen prüfen, ob die eigenen Vermögensverhältnisse den Abschluss zwingend notwendig machen.

    Die RSV sollte ebenso dann gewählt werden, wenn man als einzelner Kreditnehmer aus der Familie für einen Kredit zeichnet.

    Ist man jedoch bereits umfassend abgesichert – Lebensversicherung, Unfallversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung etc. – erscheint der Abschluss der RSV verzichtbar. Dies jedoch nur unter der Prämisse, der eigene Arbeitsplatz ist gesichert.

    Vergleich der Kosten für einen Kredit mit und ohne Restschuldversicherung

    In der folgenden Tabelle sehen Sie beispielhaft die Kosten für einen Kredit von Barclaycard, mit und ohne Restschuldversicherung. Als Beispiel dient ein Kredit über 10.000 Euro, zu einer Laufzeit von 48 Monaten und einem Effektivzins von 5,29%. Wie zu sehen ist, kann eine Restschuldversicherung die monatliche Kreditrate schnell um 15-25 Euro erhöhen.

    für Beamte und Renter

    für Angestellte und Selbständige

    Mittels Baufinanzierung ermöglichen sich Verbraucher den Kauf oder den Bau einer Immobilie. Hierbei besteht verschiedene Möglichkeiten der Finanzierung. Dieser Artikel zeigt die wichtigsten Informationen auf.

    Die Verlockung ist groß: Ein Kauf von neuen Haushaltsgeräten oder Unterhaltungselektronik auf Raten – mit 0% Zinsen. Was hinter diesen Angeboten steckt und warum Sie doppelt auf das Kleingedruckte achten sollten, lesen Sie hier.

    Wer eine Bürgschaft eingeht muss bei Zahlungsunfähigkeit für den Kreditnehmer einspringen und die Kosten des Kredits übernehmen. Eine Bürgschaft ist mehr als ein Freundschaftsdienst und soll gut durchdacht sein – hier lesen Sie warum.

    Источники: http://www.finanztip.de/kredit/restschuldversicherung/, http://www.arbeitsgemeinschaft-finanzen.de/kredit/restschuldversicherung-nicht-sinnvoll/, http://www.kredite.net/restschuldversicherung-sinnvoll/

    HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

    Please enter your comment!
    Please enter your name here