Variabler zinssatz aktuell

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    Darlehen, variable

    Variable Darlehen sind flexibel gestaltete Darlehensgeschäfte. Die Darlehenssumme bleibt konstant. Anstelle eines gebundenen Sollzinssatzes tritt ein variabler Zinssatz, der jeweils regelmäßig an die aktuellen Zinsentwicklungen angepasst wird.

    Anders als bei Festzinsdarlehen werden variable Darlehen nicht mit einer Zinsbindung von mehreren Jahren abgeschlossen. In der Regel wird der Zinssatz bei dieser Darlehensvariante alle drei Monate auf Basis eines Referenzzinssatzes, beispielsweise dem Drei-Monats-EURIBOR, angepasst. Variable Darlehen haben den Vorteil, dass der Darlehensvertrag voll oder teilweise sowie ohne die Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung mit einer Frist von drei Monaten gekündigt werden kann. Bei Teiltilgungen werden Mindesttilgungsbeträge vertraglich vorgegeben. Da der Sollzinssatz entsprechend der jeweiligen Zinsentwicklung nach oben oder nach unten angepasst wird, trägt der Darlehensnehmer ein höheres Risiko als bei Darlehen mit Zinsfestschreibungen.

    Annuitätendarlehen und endfällige Darlehen

    In der Anschlussfinanzierung spielt die variable Verzinsung dann eine wichtige Rolle, wenn keine Einigung über eine erneute Zinsfestschreibung nach Auslauf der alten erzielt wird. Für diesen Fall gehen die Altdarlehen laut Gesetz in variabel verzinsliche Darlehen über. Variabel verzinsliche Darlehen treten sowohl als sogenannte endfällige Darlehen als auch als Annuitätendarlehen auf. Bei den endfälligen Darlehen sind nur die Zinsen zu begleichen. Die Tilgung erfolgt am Ende der Darlehenslaufzeit. Beim Annuitätendarlehen erfolgt zusätzlich zur variablen Zinszahlung ein konstanter Tilgungssatz von etwa 1–5 Prozent. Diese Methode wird auch bei Fremdwährungsdarlehen praktiziert. Sie weisen jedoch ein hohes Währungsrisiko auf, das häufig in keiner Relation zu den erzielbaren Zinsvorteilen steht. Der Nutzerkreis ist zudem durch strenge Vorgaben der nationalen Bankaufsichtsbehörden auf Währungsausländer begrenzt. Bei der Vergabe von variablen Darlehen verlangen die Finanzinstitute gegenüber klassischen Annuitätendarlehen meistens höhere Bearbeitungsgebühren und rechnen zudem höhere Risikomargen in ihre Angebotspreise ein.

    Die Risiken des variablen Darlehens

    Trotz des derzeit attraktiven Angebotes an variablen Darlehen raten Finanzexperten zu Besonnenheit. Immerhin ist diese Zinsart als eine „Zinswette“ zu betrachten. Dies liegt vor allem an den variablen Zinsen – entsprechend angepasst an den jeweils aktuellen Dreimonats-EURIBOR. Insofern empfiehlt sich eine Investition in ein variables Darlehen nur dann, wenn die entsprechenden finanziellen Mittel vorhanden sind. Zusätzlich dazu sollten Interessenten den Zinsmarkt beobachten. Dauerhaft lohnenswert ist ein variables Darlehen außerdem dann, wenn in der kommenden Zeit eine höhere Zahlung ansteht beziehungsweise ein höherer Betrag fällig wird.

    Rahmenbedingungen für ein variables Darlehen

    Beträgt der Anteil des variablen Darlehens maximal 25 Prozent an einer Gesamtfinanzierung, so empfehlen Experten einen Darlehensmindestbetrag von mindestens 100.000 Euro. Darüber hinaus sollte das variable Darlehen zumeist in einer Kombination mit einem sogenannten Annuitätendarlehen in Anspruch genommen werden. Üblich für diese Darlehensart ist eine Zinsbindung von mindestens fünf Jahren. Variable Darlehen sind in diesem Zusammenhang auch separat erhältlich. Die Tilgung sollte immer mindestens nach der vollen Auszahlung des gesamten Betrages erfolgen. Verbraucher sollten außerdem darauf achten, dass das betreffende Geldinstitut ein Wandlungsrecht an jedem Zinsanpassungstermin ermöglicht. So ist die Umwandlung in ein Annuitätendarlehen möglich.

    Andere Baugelder mit kurzer Bindung

    EURIBOR sowie Cap- und Kombi-Darlehen sind weitere Baugelder mit einer kurzen Zinsbindung. Der EURIBOR (European Interbank Offered Rate) wird als sogenannter Referenzzinssatz bezeichnet. So dient er Banken beispielsweise auch zur Ankopplung von Kredit- und Sparzinsen. Als europaweit eingesetztes Maß gibt er Aufschluss über die Zinsen, die anfallen, wenn sich Institute innerhalb der Eurozone kurzfristig Geld leihen. Der derzeit gängige Einmonats-EURIBOR beträgt zurzeit rund 0,97 Prozent, für sein dreimonatiges Äquivalent werden rund 1,28 Prozent veranschlagt.

    Das Cap-Darlehen hingegen ist ein variables Darlehen inklusive Zinsobergrenze (auch Cap genannt). So wird das Zinsänderungsrisiko langfristig gemindert. Darüber hinaus profitieren Verbraucher von den derzeit niedrigen Zinsen. Interessenten sollten jedoch beachten, dass Banken bei einem Cap-Darlehen auf Profit setzen. Einige Geldinstitute setzen darüber hinaus auf eine Kombination aus einem variablen Darlehen sowie einem klassischem Annuitätendarlehen inklusive fixen Monatsraten und festem Zinssatz. Auf diese Weise kann der Darlehensnehmer den Kredit zu etwa einem Drittel fest abzahlen. Den fälligen Rest kann er variabel zurückzahlen. So wird das Zinsänderungsrisiko vermindert.

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    Variabler Zinssatz? Auch an die Zukunft denken!

    In einer Niedrigzinsphase scheinen die angebotenen Konditionen eines Kredits mit variablem Zinssatz äußerst verlockend. Bedenken Sie aber, dass bei steigenden Leitzinsen Ihre monatliche Belastung enorm steigen könnte. Daher Vorsicht bei langfristigen Krediten.

    Bei der Finanzierung des persönlichen Wohnwunsches ist der Hypothekarkredit immer noch die klassische Darlehensform. Dabei wird die Immobilie als Sicherheit eingesetzt, der Kreditgeber (die Bank) ist auch im Grundbuch eingetragen. Aufgrund der meist sehr langen Laufzeit (bis zu 25 Jahre) ist es dabei wichtig, auf die mögliche Entwicklung des Zinssatzes zu achten. Bei variablen Zinssätzen kann eine sich im Laufe der Zeit stetig erhöhende monatliche Rate schnell zur bösen Überraschung werden.

    Mithilfe von Fixzinsverträgen auf zehn Jahre oder Zinscaps kann vereinbart werden, dass die Zinsen ein bestimmtes Niveau nicht übersteigen.

    Niedrige Zinssätze als Verlockung

    Wenn Sie einen Kredit mit variablem Zinssatz in einer Niedrigzinsphase abschließen, sollte bedacht werden, dass die Zinsen möglicherweise nur noch steigen können (bzw. werden), und damit auch die monatlichen Kosten der Wohnungsfinanzierung. Darum dürfen bei variablen Krediten mögliche Zinssschwankungen nicht außer Acht gelassen werden.

    Ein Beispiel: Bei einem Finanzierungsbedarf von 150.000 Euro für die Anschaffung einer Eigentumswohnung mit einer Laufzeit von 25 Jahren, ergeben sich beträchtliche Unterschiede bei der monatlichen Belastung. Geht man von einem Effektivzinssatz von 3% aus, beträgt die Monatsrate rund 718 Euro. Bei einem Effektivzinssatz von 5,5% (entspricht in etwa dem Wert vor der Wirtschaftskrise) hingegen, beträgt die Monatsrate rund 932 Euro. Diese Differenzen können je nach Finanzierungsbedarf höher oder geringer ausfallen, sie stellen aber in jedem Fall eine Veränderung in der monatlichen „Budgetplanung“ eines Haushaltes dar. Informieren Sie sich darum bei Ihrer Bank vor allem in einer Niedrigzinsphase über die möglichen Risiken eines variablen Zinssatzes, und bedenken Sie bei Ihrer persönlichen Planung, dass niedrige Zinsen garantiert nicht immer niedrig bleiben werden.

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    24.02.2014 Baugeld und Co.

    Neun Wege zur Finanzierung der eigenen vier Wände

    Von Richard Haimann

    8. Teil: Zum schnellen Schuldenabbau – das variable Darlehen

    Bei diesen Krediten ist der Zinssatz nicht festgeschrieben, sondern wird alle drei, sechs oder zwölf Monate an den EURIBOR angepasst. Das Kürzel EURIBOR steht für European Interbank Offered Rate – der Zinssatz zu dem sich Banken in Europa untereinander Geld leihen. Der Aufschlag beträgt dabei, je nach Kreditinstitut, 100 bis 150 Basispunkte. Aktuell notiert der Drei-Monats-EURIBOR bei 0,3 Prozent. Entsprechend betragen die Zinssätze bei variablen Darlehen mit dreimonatiger Zinsanpassung derzeit 1,3 bis 1,8 Prozent.

    Steigt der Zinssatz eines variablen Darlehens nach drei, sechs oder zwölf Monaten, können die Kunden den Kredit kündigen und bei derselben oder einer anderen Bank in eine Festzinsfinanzierung wechseln. „Immobilienkäufer, die ein variables Darlehen nutzen, profitieren von niedrigen Zinsen und haben gleichzeitig die Sicherheit, bei einem Zinsanstieg in einen Festzinskredit flüchten zu können“, sagt Finanzierungsexperte Sebastian.

    In anderen Ländern sind variable Darlehen die klassische Form der Immobilienfinanzierung. In Deutschland hingegen wird diese Kreditart bislang kaum genutzt. „Ende vergangenen Jahres betrug der Anteil der variablen Darlehen lediglich 2,84 Prozent“, sagt Dr.-Klein-Vorstand Gawarecki. Dies liegt auch daran, dass die meisten Banken von sich aus keine variable Finanzierung offerieren, sondern nur auf Nachfrage der Kunden.

    Die Vorteile: Immobilienkäufer zahlen nur niedrige Zinsen. „Dadurch können sie im Vergleich zu einem Annuitätendarlehen bei identischer monatlicher Belastung eine viel höhere Tilgung leisten und Haus oder Wohnung schneller entschulden“, sagt Sebastian. Zudem können variable Darlehen, je nach Zinsanpassungsvereinbarung, alle drei, sechs oder 12 Monate vollständig getilgt oder in ein Festzinsdarlehen umgewandelt werden.

    Die Nachteile: Kreditnehmer sind nicht vollständig gegen Zinsanstiege gefeit. Nach Ausbruch der Finanzkrise war der EURIBOR-Satz kurzfristig sehr stark auf über sechs Prozent gestiegen. Gleichzeitig zogen auch die Zinssätze für klassische Annuitätendarlehen stark an. Bei Krediten mit zehnjähriger Laufzeit stiegen die Zinssätze auf 5,28 Prozent. Wer damals aus einem variablen Darlehen in einen Annuitätenkredit mit zehnjähriger Zinsbindung wechselte, zahlt noch immer überdurchschnittlich hohe Zinsen.

    Fazit: Variable Darlehen eignen sich für Immobilienkäufer, die in wenigen Jahren einen hohen Geldzuwachs erwarten – beispielsweise durch eine dann auslaufende Kapitallebensversicherung. Darüber hinaus sind sie ein gutes Instrument für Eigentumserwerber, die möglichst hoch tilgen wollen, um Haus oder Wohnung schnell zu entschulden.

    In diesem Fall sollten die Kreditnehmer aber die Zinsentwicklung genau beobachten und in eine Festzinsfinanzierung wechseln, wenn sie einen nachhaltigen Anstieg der Zinsen erwarten. Zudem müssen sie damit rechnen, dass bei Finanzkrisen der Zinssatz stark steigt. In diesem Fall kann ihnen niemand verlässlich sagen, ob es dann besser ist, in einen Festzinskredit zu wechseln – oder kurzfristig höhere Zinsen zu zahlen in der Hoffnung, dass sich die Märkte bald wieder beruhigen und der EURIBOR sinkt.

    Источники: http://www.immobilienscout24.de/baufinanzierung/lexikon/darlehen-variable.html, http://www.wohnnet.at/finanzieren/fremdfinanzierung/variabler-zinssatz-24962, http://m.manager-magazin.de/immobilien/artikel/baufinanzierung-zinsen-sparen-mit-der-richtigen-kredit-variante-a-954406-8.html

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